Gewinn im dritten Quartal
Zapf senkt Umsatzerwartungen

Im dritten Quartal hat Zapf Creation einen leichten Gewinn erwirtschaftet, dabei wurde allerdings erneut weniger umgesetzt als im Vorjahr. Das positive Ergebnis des dritten Quartals zeige jedoch, dass man bei der laufenden Restrukturierung Fortschritte erziele, erklärte der bayrische Puppenhersteller.

HB MÜNCHEN. Zapf Creation findet nur noch schwer Käufer für seine Puppen. Im dritten Quartal ging der Umsatz um 13 Prozent auf 43,3 Mill. Euro zurück. Und auch das wichtige Weihnachtsgeschäft wird aus Sicht des Unternehmens aus Rödental weit hinter früheren Erfolgszeiten zurückbleiben.

Wie Zapf am Montag mitteilte, könnte der Umsatz im Gesamtjahr 2006 im niedrigen zweistelligen Prozentbereich schrumpfen. Bislang hatte die neue Führung von Zapf ein einstelliges Umsatzminus prognostiziert. Im vergangenen Jahr waren die Konzernerlöse wegen schwacher Verkaufszahlen vor allem in den USA und Deutschland um etwa 15 Prozent auf 140 Mill. Euro eingebrochen, am Ende stand ein Verlust von 27 Mill. zu Buche. Zapf war in die Krise geraten, da sich Funktionspuppen, die gebadet werden oder weinen können, nur noch mühsam verkauften. Mit einem Kostensenkungsprogramm, das einen massiven Arbeitsplatzabbau umfasst, will Zapf zurück in die Gewinnzone.

Auch die Vertriebskooperation mit dem neuen Großaktionär, dem US-Spielwarenhersteller MGA Entertainment, soll helfen. „Allerdings liegt noch ein hartes Stück Arbeit vor uns, um die nachhaltige Profitabilität des Konzerns sicherzustellen“, sagte Zapf-Chef Georg Kellinghusen. Nach dem Weggang der Designchefin leitet er zusammen mit dem Vertriebsvorstand Thomas Pfau das Unternehmen. Pfau kommt selbst vom Großaktionär MGA, der mit seinem Einstieg bei Zapf den zuvor geplanten Verkauf an den japanischen Spielwarenhersteller Bandai zu nichte machte. Um die ausgezehrte Konzernkasse wieder aufzufüllen, plant Zapf eine massive Kapitalerhöhung. In einem ersten Schritt wurde das Kapital bereits um rund zehn Prozent erhöht, wodurch MGA nun 23 Prozent an Zapf hält.

Zuletzt schrieb Zapf zumindest auf Quartalsbasis wieder schwarze Zahlen. Der operative Gewinn lag von Juli bis September mit 8,3 Mill. Euro auf dem Niveau des Vorjahres. „Das zeigt, dass sich die Anstrengungen lohnen. Ich sehe inzwischen mehr Licht als Schatten bei Zapf“, urteilte Zapf-Chef Kellinghusen. Nicht berücksichtigt im ausgewiesenen Ergebnis sind allerdings Kosten für die Restrukturierung von 1,5 Mill. Euro.

Nach wie vor strebt Zapf für 2006 eine Reduzierung des operativen Verlustes um mindestens 15 Mill. Euro an - ohne zwei Mill. Euro Sonderkosten. 2005 war ein operativer Verlust von 16,3 Mill. Euro bilanziert worden. Die nur noch wenig gehandelte Zapf-Aktie gab bis zum Mittag knapp ein Prozent auf neun Euro nach. Von den einstigen Höchstständen ist das Papier schon lange meilenweit entfernt.

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