Gewinn im Quartal gesunken - Kosten für 3er belasten
Nach einem Zwischenstopp rast BMW wieder los

Obwohl BMW im ersten Quartal mehr Autos und Motorräder als im Vorjahr verkauft hat, ging der Gewinn zurück. Einer der Gründe war der Modellwechsels bei der 3er-Reihe. Doch das neue Modell scheint die Entwicklungskosten wert gewesen zu sein. Es verkauft sich glänzend.

HB MÜNCHEN. Im Gesamtjahr will BMW sein Rekordniveau vom vergangenen Jahr weiter halten. In den ersten drei Monaten sei der Gewinn vor Steuern um 4,6 % auf 812 Mill. € gesunken, teilte BMW am Dienstag mit. Damit lag das Ergebnis leicht unter den Erwartungen von Analysten, die im Schnitt mit 834 Mill. € gerechnet hatten.

Trotzdem bekräftigte der Konzern, 2005 die 3,55 Mrd. € des Vorjahres in etwa erreichen zu wollen. Hoffnungsträger ist dabei die neue 3er-Reihe. Vorstandschef Helmut Panke sagte bei einer Telefonkonferenz, seit dem Start Anfang März habe der Verkauf die Erwartungen übertroffen. Im März habe BMW 6444 neue Modelle der volumenstärksten Baureihe ausgeliefert. Der gute Absatz habe sich auch im April fortgesetzt. In dem Monat habe BMW mit den Marken BMW, Mini und Rolls Royce insgesamt ein Absatzplus von etwa sieben Prozent erzielt. Von Januar bis April habe der Absatz um etwa acht Prozent angezogen.

Der Umsatz von BMW ging im Auftaktquartal trotz der guten Verkaufszahlen um 4,1 % auf 10,357 Mrd. € zurück. Nach Steuern blieben dem Konzern 519 Mill. € Gewinn nach 523 Mill. € im Vorjahr. Allerdings habe das kräftige Absatzwachstum Belastungen wie den schwachen Dollar-Kurs und hohe Rohstoffpreise etwas ausgleichen können. So sei in der Automobilsparte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal um 2,2 % auf 9,954 Mrd. € gestiegen. Das Vorsteuerergebnis der Sparte sank indes um 5,4 % auf 702 Mill. €.

Analysten zufolge lagen die Quartalszahlen zwar unter den durchschnittlichen Erwartungen, waren aber dennoch besser als von manchen befürchtet. „Deswegen zeigt sich so etwas wie eine Erleichterungsrally“, sagte Fredrik Westin von der WestLB, der die BMW-Aktie mit „Neutral“ eingestuft hat. „Ich persönlich sehe wenig Negatives aber auch wenig Positives im Ergebnis“, fügte er hinzu. „Die große Unbekannte sind die Kosten für den Start der 3er-Reihe, die sehr schwierig einzuschätzen sind“, sagte sein Kollege Michael Raab von Sal. Oppenheim.

Die negativen Währungseffekte werden nach Einschätzung von Finanzchef Stefan Krause auch in den kommenden Quartalen anhalten. Langfristige Absicherungsgeschäfte gegen Kursschwankungen des Dollars zu günstigen Bedingungen liefen langsam aus. Er bekräftigte, BMW habe aber für das laufende Jahr etwa 50 % bereits über Hedging-Geschäfte aufgefangen. Die USA sind der größte Markt für BMW und machen jährlich etwa ein Viertel des Umsatzes aus.

Risiken durch Währungseffekte haben Investoren bislang verunsichert, wenngleich BMW unter Analysten als solides Unternehmen gilt. Dennoch hat sich die BMW-Aktie seit Oktober 2001 nicht besser entwickelt als der Europäische Autoindex. Am Dienstag legten die Papiere bis zum frühen Nachmittag leicht um 0,2 % auf rund 33 € zu.

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