Gewinn nicht gestiegen
RWE-Chef Terium spart gegen die Stagnation

RWE enttäuscht: Während Konkurrent Eon einen Gewinnsprung hinlegt, wächst der Gewinn des Essener Energiekonzerns nicht. RWE-Chef Terium will mehr sparen – und reagiert mit weiteren Stellenstreichungen.
  • 1

EssenDer Energiekonzern RWE kehrt nach den Einbußen durch die Atomwende nur langsam zu alter Stärke zurück und will nun den Stellenabbau forcieren. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sei im ersten Halbjahr zwar um neun Prozent auf 5,040 Milliarden Euro gestiegen, teilte der Versorger am Dienstag mit. Der für die Dividende entscheidende nachhaltige Nettogewinn sei aber mit 1,665 Milliarden Euro um 0,1 Prozent niedriger ausgefallen.

Mit seinem Zwischenbericht hat RWE am Dienstag zunächst nur wenige Anleger angelockt. Die RWE-Aktie büßte in den ersten Handelsminuten rund ein Prozent an Wert ein. Von Reuters befragte Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Ebitda von 4,963 Milliarden Euro gerechnet und den nachhaltigen Nettogewinn auf 1,710 Milliarden Euro taxiert.

Der neue Vorstandschef Peter Terium treibt nun das Sparprogramm "RWE 2015" voran und will zusätzlich rund 2400 der 72.000 Arbeitsplätze streichen.

Bereits im Herbst vergangenen Jahres hatte RWE angekündigt, rund 8000 Jobs abzubauen. Der Konzern wolle darüber hinaus bestimmte Funktionen verlagern oder auslagern, teilte der Versorger am Dienstag mit. Betroffen seien rund 2400 Arbeitsplätze.

„Diese Personalmaßnahmen sind unumgänglich, wenn wir die Wettbewerbsfähigkeit von RWE erhalten wollen“, sagte der im Juli angetretene RWE-Chef Peter Terium. Er will zudem eine länderübergreifende Kraftwerksgesellschaft gründen, die in Form einer europäischen Aktiengesellschaft (SE) Anfang 2013 mit Sitz in Deutschland an den Start gehen will.

Terium hatte zuvor bereits angekündigt, seine Pläne sozialverträglich umzusetzen. Auf betriebsbedingte Kündigungen wolle er aber nicht ausdrücklich verzichten, sagte ein Insider der Nachrichtenagentur Reuters in der vergangenen Woche. Damit wolle der Niederländer den Druck auf die Beschäftigten aufrecht erhalten, Jobangebote auch an anderen Standorten anzunehmen.

Seite 1:

RWE-Chef Terium spart gegen die Stagnation

Seite 2:

Bislang läuft Stellenabbau ruhig ab

Seite 3:

Einigung mit Statoil

Kommentare zu " Gewinn nicht gestiegen: RWE-Chef Terium spart gegen die Stagnation"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Das ist wieder einmal so typisch für die deutschen Lande. Den feisten Herrschaften in den oberen Etagen fällt in den allerseltensten Fällen etwas anderes ein, als Leute rauszu-schmeißen und damit auch zig Familien in die Armut zu schicken, während sie selber weiterhin völlig überzogene Vergütungen kassieren und sich grinsend feiern lassen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%