Gewinn schrumpft Obermann soll Eon-Kontrolleur werden

Nach einem Gewinneinbruch 2010 erwartet der Energieriese Eon ein weiteres Schrumpfen. Probleme macht das Gasgeschäft. Die Berufung des Telekom-Chefs in den Aufsichtsrat ist ein Fingerzeig, wie Eon wieder wachsen will.
Update: 09.03.2011 - 10:30 Uhr Kommentieren
Telekom-Chef René Obermann soll in den Eon-Aufsichtsrat einziehen. Quelle: dpa

Telekom-Chef René Obermann soll in den Eon-Aufsichtsrat einziehen.

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Düsseldorf

Überraschend hat Eon am Mittwoch vorgeschlagen, Telekom-Chef René Obermann in den Aufsichtsrat von Deutschlands größtem Energiekonzern zu berufen und wird ihn auf der nächsten Hauptversammlung Anfang Mai zur Wahl stellen. Das könnte ein strategischer Fingerzeig sein. Als nächster Milliardenmarkt für die Branche gelten intelligente Netze und Stromzähler. Weil Versorger wie Eon diese intelligenten Smartgrids nicht allein aufbauen können, ist Eon auf der Suche nach einem Technologiepartner mit Kommunikationskompetenz und führt deshalb konkrete Gespräche mit der Deutschen Telekom.

Obermann übernimmt sein erstes Mandat in einem Dax-Aufsichtsrat. Der Manager verfüge über "eine einzigartige Managementerfahrung aus einer Branche, in der sich Regulierung und Wettbewerb ähnlich wie im Energiegeschäft entwickelt haben", begründete Eons Aufsichtsratschef Ulrich Hartmann die Bestellung. In diesem Umfeld habe er technologische und geschäftliche Innovationen erfolgreich entwickelt und vermarktet. Zudem hat die Telekom jüngst einen großen Teil der IT-Dienstleistung für Eon übernommen.

Wachstumsimpulse kann Eon gut gebrauchen: Der Energieriese hat wegen Problemen im Strom- und Gasgeschäft und hohen Abschreibungen auf Zukäufe einen Gewinneinbruch verbucht. Der Versorger rechnet auch 2011 mit einem sinkenden Ergebnis. Unter dem Strich brach der Gewinn 2010 um 30 Prozent auf 5,8 Milliarden Euro ein, wie Eon am Mittwoch mitteilte.

Der für die Dividende entscheidende bereinigte Überschuss sank zwar lediglich um vier Prozent auf 4,9 Milliarden Euro, fiel damit aber geringer aus, als Analysten erwartet hatten. Experten hatten mit einem bereinigten Überschuss von 5,0 Milliarden Euro gerechnet. Der Konzern will den Aktionären eine unveränderte Dividende von 1,50 Euro je Aktie zahlen.

Der Umsatz stieg hingegen unerwartet stark um 16 Prozent auf 92,9 Milliarden Euro. Analysten hatten die Erlöse auf 83,1 Milliarden Euro taxiert.

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