Gewinn steigt deutlich
Wende bei Opel lässt GM-Gewinne sprudeln

General Motors lässt sich von Ford nicht abhängen. Wie schon der große Konkurrent in der vergangenen Woche, so hat auch GM absolut überzeugende Quartalszahlen vorgelegt. Dabei half vor allem das große Sorgenkind.
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DetroitDer größte US-Autokonzern General Motors (GM) fährt zu Hochform auf. Im vergangenen Quartal hat die Opel-Mutter ihren Gewinn fast verdoppelt und übertraf damit die Markterwartungen. GM profitierte laut Finanzchef Dan Ammann insbesondere kräftig von weltweiten Preisanhebungen und baute seine Position auf dem Heimatmarkt aus. Auch im schwächelnden Europageschäft mit der Konzerntochter Opel und in Asien kam das Unternehmen voran. Dazu trug nicht zuletzt bei, dass das Erdbeben in Japan den Absatz von dortigen Autoherstellern wie Toyota schmälerte. Im vorbörslichen Geschäft zog die GM-Aktie um zwei Prozent an.

Im zweiten Quartal stieg der Netto-Gewinn von GM auf 2,52 Milliarden Dollar von 1,33 Milliarden vor Jahresfrist. Das Ergebnis je Aktie lag bei 1,54 Dollar nach 0,85 Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz kletterte um 19 Prozent auf 39,4 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt lediglich mit 36,74 Milliarden Dollar gerechnet bei einem Ergebnis je Aktie von 1,20 Dollar.

Aufatmen kann auch Opel. So erzielte GM Europe ein bereinigtes operatives Quartalsergebnis (Ebit) von 100 Millionen Dollar. Vor einem Jahr war es noch ein Minus von 200 Millionen Dollar gewesen. Wie GM mitteilte, beliefen sich die Sanierungskosten für das Europageschäft im zweiten Quartal nur noch auf rund 100 Millionen Dollar, das waren 200 Millionen weniger als vor einem Jahr.

Für die zweite Jahreshälfte stellt sich der GM-Konzern auf eine leichte Verlangsamung ein. Das bereinigte Ebit werde dann etwas geringer ausfallen als im ersten Halbjahr, im Gesamtjahr aber eine „solide Verbesserung“ gegenüber 2010 aufweisen. Was die Rohstoffkosten angeht, hätten sich die Aussichten im vergangenen Quartal verbessert, sagte Finanzchef Ammann. Damit einher gehe allerdings eine erhöhte Unsicherheit für die Entwicklung der Weltwirtschaft.

GM musste in der Finanz- und Wirtschaftskrise von der US-Regierung mit einem 52 Milliarden Dollar schweren Rettungspaket vorm Zusammenbruch gerettet werden. Das Finanzministerium hält noch 32 Prozent des Stammkapitals. 2009 fuhr GM aus der Insolvenz, seit November ist das Unternehmen wieder an der Börse. Die Sanierung soll GM instand setzen, auch in einem Konjunkturabschwung bestehen zu können und profitabel zu bleiben.

Bei Opel hatten Spekulationen über einen Verkauf wochenlang für Verunsicherung gesorgt. Erst Ende Juli hatte sich GM-Chef Daniel Akerson zu einem Dementi durchgerungen und gesagt, Opel stehe nicht zum Verkauf. Aus dem Umfeld Akersons war davor verlautet, dass dem Mutterkonzern die Erholung des Europageschäfts mit Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall nicht schnell genug geht.

Damit rang sich der US-Konzern erstmals seit Beginn der Spekulationen zu einem lupenreinen Dementi von Verkaufsabsichten durch. Anfang Juni hatte es in deutschen Medien geheißen, Opel werde möglicherweise an VW oder einen chinesischen Konzern verkauft. Der Opel-Aufsichtsratsvorsitzende Nick Reilly erklärte daraufhin lediglich, GM sei "sehr zufrieden" mit den Fortschritten bei Opel. Die Verkaufsgerüchte konnte er damit jedoch nicht stoppen - zumal sich die Detroiter Konzernzentrale zu dem Thema in Schweigen hüllte.

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  • Es gab keine Gerüchte um einen Verkauf Opels an VW oder ähnliches.Es sind Meldungen die VW in die Welt gesetzt hat um Opel und GM's Ruf zu schädigen.....Echt arm wenn man mit solchen stumpfen Waffen zum größten Autohersteller der Welt avancieren will..

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