Gewinn trotz Absatzproblem
Mercedes federt Chrysler-Verluste ab

Im dritten Quartal dieses Jahres ist das Ergebnis des Autokonzerns Daimler-Chrysler wegen Absatzproblemen in den USA eingebrochen. Für Chrysler hält man sich nun alle Optionen offen. Der erwartete Rutsch in die Verlustzone blieb insgesamt jedoch aus. Mercedes-Benz hat rasche Fortschritte bei der Sanierung gemacht und die Verluste teilweise aufgefangen. Die Börse jubelt.

HB STUTTGART. Ein Milliardenverlust bei der US-Tochter Chrysler hat im Quartalsergebnis von Daimler-Chrysler tiefe Spuren hinterlassen. Im dritten Quartal betrug der operative Gewinn des Autokonzerns nur noch 892 Mill. Euro nach 1,83 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum, teilte Daimler-Chrysler in Stuttgart mit. Experten hatten beim operativen Ergebnis im Durchschnitt nur knapp 500 Mill. Euro erwartet. Der deutsch-amerikanische Autobauer glaubt nun, im laufenden Jahr sein kürzlich auf rund fünf Mrd. Euro reduziertes operatives Gewinnziel erreichen zu können. 2005 waren es 5,19 Mrd. Euro.

Weil Mercedes, das Lkw-Geschäft und die Autofinanzierung besser laufen als gedacht, kann Daimler sogar die 200 Mill. Euro verkraften, mit denen die Krise beim Luft- und Raumfahrtkonzern EADS das Ergebnis von Großaktionär Daimler-Chrysler schon in diesem Jahr belastet. Die Auslieferung des Hoffnungsträgers von Airbus, des Großraumflugzeugs A380, verzögert sich um zwei Jahre.

Aktie gewinnt deutlich

Die Daimler-Chrysler-Aktie sprang nach den Zahlen um über fünf Prozent nach oben, weil Analysten unter dem Strich sogar einen Quartalsverlust erwartet hatten. Michael Punzet von der Landesbank Rheinland-Pfalz bewertete die Zahlen von Daimler-Chrysler als „gut“. Er erwarte keine negativen Überraschungen für den Rest des Jahres. „Es sieht so aus, als könnten sie mit den Zahlen wieder in die Gänge kommen“, sagte zudem LBBW-Aktienstratege Frank Schallenberger. „Zuletzt hatten sie mit der Gewinnwarnung für Chrysler einiges an Vertrauen verspielt.“ Chrysler verzeichnete wie im September angekündigt mangels spritsparender Modelle und hoher Lagerbestände einen Verlust von 1,16 Mrd. Euro.

Im Gegensatz zur US-Tochter strahlt der Mercedes-Stern nach erfolgreicher Restrukturierung: In der Mercedes Car Group sprang der Operating Profit um 127 Prozent auf 991 Mill. Euro. Schon im zweiten Quartal hatte Mercedes mit 807 Mill. Euro Gewinn wieder fast zu alter Stärke zurückgefunden. Das Sanierungsprogramm CORE und die erfolgreichen neuen Modelle werden dafür als Hauptgrund genannt.

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