Gewinn über den Analystenerwartungen
SGL Carbon legt im Sog des Stahlbooms kräftig zu

Die Wiesbadener SGL Carbon hat im ersten Quartal dank starker Nachfrage nach ihrem Kernprodukt Grafitelektroden operativ mehr verdient als noch vor Jahresfrist. Damit übertraf SGL die Schätzungen von Analysten.

HB FRANKFURT. Der Betriebsgewinn (Ebit) habe um 25 Prozent auf 20,9 Millionen Euro zugelegt, teilte SGL Carbon mit. Von Reuters befragte Analysten hatten die Kennziffer im Schnitt mit lediglich 18,3 Millionen Euro erwartet. Der Konzernumsatz erhöhte sich um 13 Prozent auf 238,3 Millionen Euro.

An der Börse reagierten die Investoren erfreut über den Quartalsbericht. Die im Nebenwerteindex MDax notierte SGL-Aktie lag in den ersten Handelsminuten 1,9 Prozent im Plus bei 9,10 Euro.

Ausblickend teilte das Unternehmen mit, SGL erwarte für das Gesamtjahr weiterhin ein Umsatzplus von mehr als fünf Prozent, einen stärkeren Zuwachs beim Betriebsgewinn sowie einen Konzernüberschuss. SGL hatte sich unlängst von seiner Verluste bringenden Oberflächenschutzsparte getrennt und die wesentlichen Restrukturierungen im Konzern für abgeschlossen erklärt.

Unter dem Strich erwirtschaftete SGL im Auftaktquartal mit 3,7 Millionen Euro wie erwartet einen Nettogewinn nach einem Verlust von 3,4 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. In ihrem Kerngeschäft mit Grafitelektroden profitierte SGL nicht nur von einer kräftigen Nachfrage. Auch Preiserhöhungen und Kostensenkungen ließen den Betriebsgewinn im größten Geschäftsbereich Carbon and Graphite im Quartal um 49 Prozent auf 26,7 Millionen Euro klettern. Grafitelektroden werden in Hochöfen für die Elektrostahlproduktion eingesetzt.

Für das zweite Quartal stellte der Konzern einen Umsatzzuwachs von etwa zehn Prozent zum ersten Quartal in Aussicht. Das Ebit solle rund 40 Prozent über dem Wert für das Auftaktquartal liegen.

SGL hatte vergangenes Jahr im verbliebenen Kernbereich mit vier Millionen Euro erstmals seit langer Zeit wieder einen Überschuss ausgewiesen. In den Jahren zuvor hatten die Wiesbadener angesichts massiver Restrukturierungskosten und hoher Kartellstrafen Verluste geschrieben. Ohne das unlängst verkaufte Oberflächenschutzgeschäft hatte SGL seit 2001 elf Standorte geschlossen oder verkauft und weltweit rund 2000 Stellen gestrichen.

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