Gewinn und Umsatz eingebrochen
Heideldruck steckt tief in der Krise

Die Konjunkturkrise hat die Heidelberger Druckmaschinen AG weiterhin voll im Griff. Nach einem schwierigen ersten Geschäftshalbjahr wagt das Heidelberger Unternehmen daher noch keine konkreten Prognosen für den Rest des Geschäftsjahres 2003/2004.

HB HEIDELBERG.FOKUS 1 Der Verlust des weltgrößten Druckmaschinenherstellers Heidelberger Druck ist in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2003/04 höher ausgefallen als von Analysten erwartet. Ein deutlich anziehender Auftragseingang im zweiten Quartal macht dem Konzern allerdings Hoffnung.

Der Verlust nach Steuern lag zwischen April und September bei 129 Millionen Euro, wie Heidelberger Druck am Mittwoch in Heidelberg mitteilte. Von Reuters befragte Analysten hatten im Durchschnitt mit 119 Millionen Euro Verlust gerechnet. Ein Jahr zuvor hatte der Konzern noch 13 Millionen Euro Gewinn verbucht. Operativ fiel ein Verlust von 93 (Vorjahr: plus 36) Millionen Euro an. Der Konzernumsatz sank im gleichen Zeitraum um knapp 21 Prozent auf 1,51 (1,90) Milliarden Euro, der Auftragseingang um zwölf Prozent auf 1,78 (2,03) Milliarden Euro.

Im zweiten Quartal von Juli bis September zog der Ordereingang jedoch deutlich an. Die Bestellungen erhöhten sich im Vergleich zu den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres um 35 Prozent auf 1,02 Milliarden Euro. Vorstandschef Bernard Schreier hielt sich mit einer genauen Ergebnis- und Umsatzprognose für 2003/04 (zum 31. März) aber immer noch zurück. „Wir müssen die nächsten Wochen und Monate abwarten, inwieweit die positive Entwicklung aus dem zweiten Quartal nachhaltig ist“, sagte er. Der operative Verlust fiel im zweiten Quartal mit 34 Millionen Euro deutlich geringer aus als im ersten (minus 59 Millionen Euro). Der Auftragsbestand lag Ende September mit 1,22 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau.

Ein Großteil des vor einem Jahr aufgelegten Einsparprogramms sei abgearbeitet, hieß es. Der Personalbestand solle allerdings, vor allem in den Sparten Digital- und Rollendruck, noch weiter reduziert werden. Darüber werde derzeit verhandelt. Im größten Bereich, dem Bogendruck, soll die Kurzarbeit bis Mai kommenden Jahres verlängert werden. Für den Rollendruck und die schleppend angelaufene jüngste Sparte, den Digitaldruck, sucht Heidelberg seit längerem nach Partnern. Ergebnisse seien aber noch nicht erzielt worden, hieß es bei Vorlage der Quartalszahlen. Im Rollenoffsetdruck hatte der Konzern Gespräche mit dem US-Unternehmen Goss bestätigt.

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