Gewinn- und Umsatzsteigerung
Pfleiderer verkauft Bahntechnik-Sparte

Pfleiderer hat das erste Halbjahr mit einer Umsatz- und Gewinnsteigerung abgeschlossen. Mit dem Verkauf seines Bahnschwellen-Geschäfts an Vossloh schließt der Holzverarbeiter zudem seinen Konzernumbau ab.

HB NEUMARKT. Für das Eisenbahn-Zuliefergeschäft der Tochter Pfleiderer Track Systems rechnet Pfleiderer-Vorstandschef Hans Overdiek mit einem Buchgewinn von 45 bis 50 Millionen Euro. Beide Seiten erklärten am Dienstagabend, die Verträge seien unterschrieben. Angaben zum Kaufpreis machten die Unternehmen aber nicht.

Künftig konzentriert sich der bayerische Konzern ganz auf das Geschäft mit Holzwerkstoffen vor allem für die Möbelindustrie, das er im Juli um den schwäbischen Laminatboden-Hersteller Kunz ergänzt hat. Nun stehe der internationale Ausbau auf der Tagesordnung, sagte Overdiek.

In der ersten Jahreshälfte 2005 trug die Holz-Sparte 382,3 Mill. Euro zu dem um 1,9 %auf 450,5 Mill. Euro gestiegenen Umsatz des Konzerns bei. Der Gewinn im operativen Geschäft stieg um 22 % auf 19,7 Mill. Euro. Pfleiderer war tief in die Verlustzone gerutscht und hatte sich daraufhin neu ausgerichtet. Vor allem durch Verkäufe hatte der Konzern 2004 wieder schwarze Zahlen erreicht.

Erst vor einer Woche hatten Vossloh und Pfleiderer exklusive Verhandlungen über die Bahnschwellen-Sparte angekündigt. Dort stellen 850 Mitarbeiter an sieben Standorten Betonschwellen für Bahngleise und Weichen her. Im vergangenen Jahr hatte Pfleiderer in der Sparte 138,2 Mill. Euro umgesetzt und 15,3 Mill. Euro vor Zinsen und Steuern (Ebit) verdient. Vossloh will sich mit dem Zukauf zum Systemlieferanten für komplette Weichen und Befestigungen entwickeln. Pfleiderer hat unter anderem eine spezielle "feste Fahrbahn" für die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke von Frankfurt nach Köln entwickelt.

Die Aktie gehörte mit einem Minus von 1,8 Prozent auf 17,29 Euro trotz des Gewinnanstiegs zu den größten Verlierern im Nebenwerteindex M-Dax. Händler führten das auf Gewinnmitnahmen zurück. Die Analysten von Equinet stuften die Pfleiderer-Aktie auf „Reduzieren“ von „Halten“ zurück. Die Ergebnisse im zweiten Quartal seien zwar erwartungsgemäß ausgefallen, das Papier sei derzeit aber zu hoch bewertet. Sie setzten ein Kursziel von 15 Euro.

Für die nächsten Monate gab sich Firmenchef Overdiek optimistisch: „Unsere Umsatzerwartungen für das zweite Halbjahr liegen über denen des ersten Halbjahres“, sagte er. Vor der Übernahme von Kunz hatte Pfleiderer für 2005 rund 900 Mill. Euro Umsatz und über 40 Mill. Gewinn vor Steuern angepeilt. Eine an die neue Firmenstruktur angepasste Prognose will Pfleiderer im Herbst geben.

Um den höheren Einkaufspreisen zu begegnen, will Pfleiderer in der zweiten Jahreshälfte die Preise um drei bis fünf Prozent anheben. Zudem will der Konzern fünf Millionen Euro einsparen. Im kommenden Jahr sollen es 25 Millionen Euro sein. Dazu trage auch die Einigung mit den rund 2600 Mitarbeitern in Deutschland auf längere Arbeitszeiten bei, hieß es.

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