Gewinne steigen vor allem dank Preiserhöhungen stärker als erwartet
BASF und Dow entkräften die Bedenken der Skeptiker

Mit sehr guten Quartalszahlen haben am Donnerstag die Branchenriesen BASF und Dow Chemical die Stärke der Chemiekonjunktur untermauert. Beide Konzerne schnitten im ersten Quartal besser ab als erwartet und zeichneten ein zuversichtliches Bild der weiteren Entwicklung. Auch große Ölkonzerne wie Exxon-Mobil präsentierten kräftige Gewinnsteigerungen in ihren Chemiesparten.

FRANKFURT/M. „Wir sehen keinen Grund, dem verbreiteten Skeptizismus im Markt zu folgen“, sagte BASF-Finanzchef Kurt Bock mit Blick auf einige eher verhaltenen Prognose aus dem Analystenlager. Die Entwicklung im April spreche dafür, dass man die verbesserten Margen halten könne. Während einige Branchenbeobachter in den vergangenen Wochen über eine bevorstehende Delle der Chemiekonjunktur spekulierten, rechnet BASF weiterhin mit einem Wachstum des Weltchemiemarktes um etwa drei Prozent

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Auch den eigenen Umsatz will der Ludwigshafener Konzern im Gesamtjahr weiter steigern. Dagegen hat er seine Ertragsprognose nur ganz behutsam angehoben. Man wolle beim Betriebsgewinn an den hohen Vorjahreswert anknüpfen, ihn wenn möglich auch übertreffen, sagte Firmenchef Jürgen Hambrecht auf der Hauptversammlung.

Bei Bilanzvorlage im Februar hatte er auch einen leichten Rückgang des Gewinns nicht ausgeschlossen. Anlass zur Vorsicht bei den Prognosen gibt vor allem das sehr hohe Ertragsniveau, das der Konzern im zweiten Halbjahr 2004 erreicht hatte. Von Analysten wurden die Zahlen überwiegend positiv interpretiert, was aber leichte Kurseinbußen für die BASF-Aktie und andere Chemiewerte nicht verhinderte.

Im ersten Quartal 2005 steigerte BASF den Umsatz um elf Prozent auf erstmals mehr als zehn Mrd. Euro und den Betriebsgewinn vor Sondereffekten um ein Drittel auf den neuen Rekordwert von knapp 1,6 Mrd. Euro. Vor allem die Sparten Chemikalien und Kunststoffe sowie das Öl- und Gasgeschäft legten stark zu.

Noch stürmischer entwickelte sich Dow Chemical, die Nummer zwei der Branche. Der US-Konzern steigerte den Umsatz im ersten Quartal um ein Viertel auf 11,7 Mrd. Dollar und verdreifachte den Nettogewinn auf rund 1,3 Mrd. Dollar. „Die fundamentalen Bedingungen für die Branche bleiben solide in allen Sparten und Regionen“, sagte Dow-Chef Pedro Reinhard. Man erwarte weitere Ertragssteigerungen in den Jahren 2005 und 2006.

Ebenso wie bei BASF wurden auch bei Dow Umsatz- und Ertragswachstum im wesentlichen von Preissteigerungen getragen. Die Absatzmengen legten im ersten Quartal nur geringfügig zu. Besonders stark konnten die Margen bei Grundchemikalien und bei Standard-Kunststoffen wie Polyethylen verbessert werden. Nachdem sich die Branche in den vergangenen Jahren mit Investitionen stark zurückgehalten hatte, sind hier sind die Anlagen derzeit sehr gut ausgelastet. Unternehmen wie Dow Chemical und den großen Ölkonzernen kommt das besonders zugute, weil sie in den Bereichen überproportional stark vertreten sind. Ihre operativen Gewinne haben sich durchweg verdoppelt.

Neben der günstigen Preisentwicklung tragen ferner die Strukturmaßnahmen der vergangenen drei bis vier Jahre zum starken Anstieg der Chemiegewinne bei. Im Falle der BASF schlug sich das im ersten Quartal unter anderem in einem verdreifachten Gewinn bei den Nordamerika-Aktivitäten nieder. Die Bereinigung der Struktur will der Konzern mit weiteren Werksschließungen in Nordamerika und dem geplanten Verkauf des Kunststoff-Joint-Ventures Basell fortsetzen, das er zusammen mit Shell betreibt. Der Verkauf mache Fortschritte, hieß es dazu gestern bei Shell. „Aber es gibt noch keinen weißen Rauch.“

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