Gewinneinbruch bei Nissan
„2007 wird kein einfaches Jahr“

Wegen schleppender Nachfrage in Nordamerika und Japan verzeichnete der japanische Autokonzern Nissan erstmals seit acht Jahren einen Gewinnrückgang. Nach der Vorlage schwacher Absatzzahlen für das im März abgelaufene Geschäftsjahr äußert sich Firmenchef Carlos Ghosn auch für die Zukunft skeptisch. „2007 wird kein einfaches Jahr, besonders auf dem US-Markt, der bereits auf eine Art Rezession in der Autoindustrie zusteuert“, sagte Ghosn am Donnerstag in Tokio.

HB TOKIO. Anfang der Woche musste Nissan wegen der Probleme in seinem Heimatland den ersten Stellenabbau seit acht Jahren ankündigen. Bereits im vergangenen Monat wurde bekannt, dass Nissan die Ziele des Management-Plans „Value up“ nicht einhalten kann. Ghosn gab sich und seiner Truppe nun jeweils ein Jahr mehr, um die vorgegebenen Kennzahlen zu erreichen. Im kommenden Jahr im April will er den – dann wieder ehrgeizigeren – Anschlussplan vorstellen.

Ghosn, der auch das französische Partnerunternehmen Renault leitet, rettete Nissan Anfang des Jahrzehnts vor der Pleite. Weil er sich aufs Sparen konzentrierte, entstanden jedoch kaum neue Modelle, was den Absatz zuletzt abrutschen ließ. Ghosn muss nun beweisen, dass Nissan dauerhaft mit dem Wachstum der Rivalen Honda und Toyota mithalten kann. Nissan setzte im wichtigsten Markt USA zu lange auf spritfressende Fahrzeuge und musste deshalb seine Produktion im abgelaufenen Geschäftsjahr um sieben Prozent drosseln. Honda hat Nissan im Jahr 2006 überholt und Ghosn Unternehmen nach Umsatz, Absatz und Gewinn auf den dritten Platz verwiesen. Honda gab für das abgelaufene Geschäftsjahr einen Verkaufsanstieg von 12 Prozent bei einem leichten Rückgang des Nettogewinns bekannt. Mitsubishi Motors konnte gestern von einem Absatzplus von fünf Prozent berichten.

Ghosn gab das Ziel auf, bis März 2009 weltweit 4,2 Mill. Fahrzeuge zu verkaufen. Diesen Wert peilt er nun ein Jahr später an. Im abgelaufenen Geschäftsjahr verkaufte Nissan knapp 3,5 Mill. Fahrzeuge, 2,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Nettogewinn fiel um elf Prozent auf 461 Mrd. Yen (3 Mrd. Euro), der operative Gewinn sank um zehn Prozent auf 777 Mrd. Yen. Doch Ghosn versicherte, dass er den Trend wieder umkehren könne. „Dieses Jahr kommen finden wir beim profitablen Wachstum zurück in die Spur“, kündigte er an. Ziele sind eine Absatzsteigerung um 6,2 Prozent auf 3,7 Mill. Einheiten und ein Nettogewinn von 480 Mrd. Yen. In den vergangenen sechs Monaten hat das Unternehmen neun frische Modelle auf den Markt gebracht, im laufenden und im kommenden Jahr sollen je elf weitere Neueinführungen folgen. Ghosn verspricht für 2007 eine Absatzsteigerung von sechs Prozent trotz hoher Rohstoffkosten und Energiepreise. Die Marge soll weiter steigen, der Gewinn wieder anziehen.

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