Gewinneinbußen
RWE schwächelt auch im ersten Quartal

Der Gewinn sinkt, aber immerhin bestätigt RWE die Prognose. Im ersten Quartal lähmte den Energieriesen weiter das schwache Gasgeschäft und die Kosten des Atomausstiegs. Für Aktionäre gibt es dennoch eine gute Nachricht.
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EssenDer Energiekonzern RWE kehrt nach der Atomwende noch nicht auf einen Wachstumskurs zurück. Nach Einbußen im ersten Quartal bestätigte der scheidende Vorstandschef Jürgen Großmann am Donnerstag die Prognose, wonach sowohl das betriebliche Ergebnis als auch das für die Dividende entscheidende nachhaltige Nettoergebnis 2012 wohl auf dem Vorjahresniveau liegen werden.

Die Abschaltung des AKW Biblis und das weiter schwächelnde Gasgeschäft drückten auf die Erträge. Bei einem um ein Prozent auf 15,6 Milliarden Euro gesunkenen Umsatz schrumpfte der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 8,8 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro. Das nachhaltige Nettoergebnis fiel um 20 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro.

Damit traf RWE in etwa die Markterwartungen. Von Reuters befragte Analysten hatten im Durchschnitt für das erste Quartal mit Erlösen von 15,782 Milliarden Euro gerechnet und das Ebitda auf 3,1 Milliarden Euro taxiert. Das nachhaltige Nettoergebnis hatten sie ebenfalls auf 1,3 Milliarden Euro beziffert.

RWE-Chef Großmann verwies darauf, eine Reihe von Gaslieferverträgen neu ausgehandelt zu haben. Er hat aber darüber hinaus noch großen Handlungsbedarf. „Unser besonderes Augenmerk gilt nun den verbleibenden Preisrevisionen mit drei großen internationalen Öl- und Gasunternehmen“, schrieb er an die Aktionäre. Namen nannte er nicht. Es dürfte sich dabei aber unter anderem um den russischen Gazprom-Konzern handeln, bei dem auch Eon bislang auf Granit beißt. RWE will die Gasverhandlungen 2013 abschließen und erwartet dann erheblich Entlastungen.

Infografik

RWE-Umsatz

in den Jahren 2003 bis 2012 (in Mrd. Euro)


Der Versorger schrieb in seiner Sparte Trading/Gas Midstream im ersten Quartal einen Verlust von rund 220 Millionen Euro. RWE müsse an seine Gaslieferanten zum Teil deutlich höhere Preise bezahlen als die eigenen Kunden berappen wollten, hieß es im Geschäftsbericht. Neben den Einbußen in der Stromerzeugung schmolzen auch die Gewinne in Großbritannien und Osteuropa. Zulegen konnte hingegen die Öl- und Gasfördertochter RWE Dea.

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