Gewinner der Globalisierung
Wer am besten wächst

Wie machen sich Top-Unternehmen fit für den internationalen Wettbewerb? Die Unternehmensberatung A.T. Kearney und das Handelsblatt zeigen, wie man zur Nummer eins der Branche wird – und wer jetzt schon der Gewinner der Globalisierung ist.

DÜSSELDORF. Ein ausbalancierter Mix aus organischem und externem Wachstum schafft beste Voraussetzungen, zur Nummer eins in der Branche aufzusteigen. Das ermittelten das Handelsblatt und die Unternehmensberatung A.T. Kearney in einer umfangreichen Analyse von mehr als 100 Unternehmen in aller Welt. Dabei stechen drei Firmen ganz besonders erfolgreich hervor: Schwedens Netzwerkspezialist Ericsson überzeugt mit internem Wachstum, der schweizerische Logistikkonzern Kühne & Nagel mit Wachstum durch Übernahmen, und Norwegens führende Einzelhandelsholding Norgesgruppen vereint beides par excellence.

Beispiel Ericsson: Seit Carl-Henric Swanberg vor dreieinhalb Jahren das Zepter beim damals angeschlagenen Telekomausrüster übernahm, läuft es für die Schweden rund. Umsatz und Gewinn kletterten mit zweistelligen Raten, und der Aktienkurs versiebenfachte sich. Dabei wächst Ericsson zu mehr als 80 Prozent organisch (siehe „Sechs Fragen an: Carl-Henric Svanberg“ ). Im Heimatland sucht das Unternehmen gerade 500 Ingenieure, um seine Forschung bei internetbasierten Netzen und im Multimediabereich zu verstärken. „Intern überzeugt Ericsson mit sehr guten Prozessen und Systemen, nach außen verbesserten sie ganz erheblich ihre Konkurrenzfähigkeit, analysiert Fritz Kröger, Vize-Präsident bei A.T. Kearney, die Ergebnisse.

Den Durchbruch schaffte der frühere Dauerverlierer im Kampf mit dem finnischen Giganten Nokia, als die Schweden ihre Handysparte in ein Gemeinschaftsunternehmen mit Sony auslagerten und sich auf nur ein Kerngeschäft, die Netze, konzentrierten. Ericsson spielt nun seine Vorteile aus, weil der Konzern die Bedürfnisse seiner Großkunden viel besser kennt als die des Endverbrauchers. Siemens geht seit der Trennung von der Handysparte ähnliche Wege.

Ericsson profitiert vor allem in der wachstumsstarken Region Asien und in Entwicklungsländern vom Bedarf an neuen Sendeanlagen. Geschickt macht sich dabei der weltweit führende Ausrüster die Schwierigkeiten in der Nachbarbranche zu Nutze: Die gebeutelten Telekombetreiber lassen aus Kostengründen ihre Infrastruktur von Dritten – Ericsson – warten. Zudem erhöhen sinkende Telefongebühren die Nachfrage an Übertragungskapazität – also die Aufträge an Ericsson.

Ganz anders erringt der Logistiker Kühne & Nagel ebenfalls exzellentes Wachstum – durch Übernahmen. Sie sind im laufenden Jahr das Thema schlechthin in der Unternehmenswelt und an den Kapitalmärkten. Grund dafür sind die Rekordgewinne der Unternehmen und ihre geringe Verschuldung. „Zusammen mit der hohen Liquidität am Fremdkapitalmarkt und durchweg positiven Gewinnerwartungen bietet sich hierdurch für viele Unternehmen die Möglichkeit, ihr Wachstum durch Akquisitionen voranzutreiben“, sagt Thomas Ehren, Partner beim Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG.

Seite 1:

Wer am besten wächst

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%