Gewinnprognose bestätigt
Böwe Systec legt kräftig zu

Durch die vollständige Bilanzierung der US-Tochter Bell + Howell ist der Augsburger Kuvertiermaschinenhersteller Böwe Systec im zweiten Quartal deutlich gewachsen. Die Gewinnprognose für 2005 wurde bekräftigt.

HB AUGSBURG. Böwe strebe, wie zu Jahresbeginn angekündigt, weiter einen Gewinnzuwachses auf 20 (Vorjahr 17,5) Mill. € an, sagte ein Firmensprecher am Donnerstag in Augsburg. Auch der Umsatz solle wie angekündigt auf 460 bis 480 (Vorjahr 309,1) Mill. € wachsen. Der Zuwachs geht aber fast ausschließlich auf die US-Tochter Bell + Howell zurück, die nach einer Aufstockung des Böwe-Anteils nun voll in die Bilanz einfließt.

Auch in den Geschäftszahlen für das zweite Quartal spiegelte sich die Konsolidierung der US-Tochter seit diesem Jahr wider. Der operative Gewinn stieg um 54 % auf 7,7 Mill. €, der Umsatz um 45 % auf 103,9 Mill. €. In die Bilanz des Vorjahres war die US-Tochter nur anteilig eingegangen. „Ein Vergleich der Zahlen ist daher nur bedingt möglich“, heißt es im Quartalsbericht. So trage die US-Tochter fast zu zwei Dritteln zum Umsatz im zweiten Quartal bei.

Im gesamten Jahr beträgt der Umsatzanteil von Bell + Howell schätzungsweise 310 Mill. €, nachdem im vergangenen Jahr durch die anteilige Konsolidierung gut 150 Mill. € verbucht worden waren. Böwe Systec hatte zu Jahresbeginn seine Beteiligung an Bell + Howell auf 60 % aufgestockt und mit den Minderheitseignern vereinbart, die verbleibenden Anteile in jährlichen Tranchen von jeweils zehn Prozent zu übernehmen. Die Anteilserhöhung auf 70 % erfolgte im Juli.

Durch das Geschäft stieg die Nettoverschuldung des Konzerns auf 213,5 (Vorjahr 131,9) Mill. €. Dadurch habe sich mit dem Erwerb auch eine hohe Zinsbelastung ergeben, erklärte das Unternehmen. Daher sei das Nettoergebnis im zweiten Quartal mit einem Verlust von einer Million Euro wie im Vorjahr (minus 1,7 Mill. €) negativ ausgefallen.

Absatzsteigerungen erwartet Böwe, das sich als Marktführer für Anlagen für den automatischen Postversand sieht, vor allem durch die Liberalisierung des europäischen Postmarktes. Insgesamt sieht sich der Konzern weiter auf Wachstumskurs, Umsatz und Auftragseingang hätten Höchstwerte erreicht. Zum Auftragseingang von 131 (Vorjahr 81,2) Mill. € von April bis Juni trug die US-Tochter mehr als zwei Drittel bei.

An der Börse rutschte die Aktie des im Kleinwerteindex SDax gelisteten Unternehmens zunächst ins Minus, da Unklarheit über die Gewinnprognose bestand. Im Zwischenbericht kündigte Böwe zunächst nur eine Steigerung des Vorjahresergebnisses von 17,5 Mill. € an, nannte die einst als Ziel gesetzten 20 Mill. € aber nicht. Nachdem das Unternehmen später aber auch diese Prognose bekräftigte, drehte die Aktie ins Plus und wurde mit 45,73 € um 0,35 % fester gehandelt.

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