Gewinnprognose gesenkt - Stellenabbau
Amerikaner vermiesen Ford das Geschäft

Ford kämpft weiter mit Problemen: Die nordamerikanischen Kunden knausern beim Autokauf, so dass der US-Autobauer seinen Gewinnausblick für das laufende Jahr gesenkt hat. Fünf Prozent der nordamerikanischen Beschäftigten sollen entlassen werden, auch in Deutschland stehen vielleicht Kündigungen an.

HB DETROIT. „Die Herausforderungen für uns werden immer größer“, erklärte Ford-Finanzchef Don Leclair am Dienstagabend nach New Yorker Börsenschluss und verwies dabei insbesondere auf das US-Autogeschäft. Die zweite Gewinnwarnung von Ford in diesem Jahr unterstreicht die tiefe Krise des Unternehmens und der gesamten US-Autobranche. Auch der größere Konkurrent General Motors (GM) muss wegen Absatzproblemen Milliardenkosten sparen und hat den Abbau von mindestens 25 000 Stellen angekündigt, davon ein großer Teil bei Opel in Deutschland. Auto-Aktien reagierten am Mittwoch mit Kursabschlägen auf die Prognosesenkung: Ford-Titel verloren in Europa drei Prozent und DaimlerChrysler-Papiere ein Prozent.

Der zweitgrößte amerikanische Autokonzern reduzierte seine Gewinnprognose für 2005 ohne Sonderposten auf 1,00 bis 1,25 Dollar je Aktie nach einer früheren Schätzung von 1,25 bis 1,50 Dollar. Zudem sei der Abbau von weiteren fünf Prozent oder rund 1700 der nordamerikanischen Angestellten-Jobs geplant. Die Streichungen seien zusätzlich zu dem bereits im April angekündigten Wegfall von 1000 Stellen vorgesehen. Darüber hinaus entfielen 2005 weltweit die Bonuszahlungen für Manager des Unternehmens. Die Betriebszuschüsse für die von den amerikanischen Mitarbeitern selbst verwalteten Altersversorgungspläne sollen ganz wegfallen. Der Konzern prüfe auch Möglichkeiten zur Senkung der „personalbezogenen Kosten“ außerhalb Nordamerikas, kündigte Ford an, ohne Einzelheiten zu nennen. Ein Sprecher von Ford Europa in Köln sagte, er habe dem nichts hinzuzufügen: „Wir sehen uns die Dinge an“, erklärte er lediglich. Ford beschäftigt weltweit mehr als 324 000 Mitarbeiter. Zu Ford gehören auch Aston Martin, Jaguar, Land Rover und Volvo. Ford kontrolliert außerdem Mazda.

Die Entwicklungsabteilungen für Motoren und Autos werden zudem neu organisiert: Motoren werden künftig nur noch in Dunton in England entwickelt, während Köln für die künftigen Personenwagen zuständig ist. Ford Europe bestätigte am Mittwoch in Köln einen entsprechenden Bericht des Wirtschaftsmagazins „Capital“. Angaben, wonach 1600 Mitarbeiter umziehen müssten, bestätigte Ford aber nicht. Zur Zeit entwickeln Experten in Köln Benzinmotoren und große Autos, in England Dieselmotoren und kleinere Wagen. Insgesamt arbeiten 9000 Leute in den beiden Abteilungen. Die Neuorganisation soll auf freiwilliger Basis erfolgen und in fünf Jahren abgeschlossen sein. Ziel ist es, die Fachleute flexibler einsetzen zu können.

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