Gewinnrückgang im Quartal
MAN will Vorjahresgewinn übertreffen

Der Maschinen- und Nutzfahrzeugkonzern MAN hat vor allem wegen der Flaute im Druckmaschinengeschäft im zweiten Quartal 2003 einen kräftigen Gewinnrückgang verbucht. Dabei erfüllten die Münchener aber die Erwartungen der Analysten. An den Zielen für das Gesamtjahr hält MAN fest.

Reuters MÜNCHEN. Trotz der erheblichen Belastungen bei der Druckmaschinen-Tochter MAN Roland gehe der Konzern davon aus, 2003 den Vorjahresgewinn vor Steuern von 219 Mill. € zu übertreffen, teilte MAN am Mittwoch in München mit. Hierfür spreche auch die positive Entwicklung der Nutzfahrzeugsparte sowie die Erwartung, Umsatz und Auftragseingang in etwa in Höhe der Größenordnung 2002 halten zu können.

MAN-Aktien notierten am Morgen vorbörslich beim Broker Lang & Schwarz 1,4 Prozent höher.

Frage nach der Zukunft des Konzerns

Vor Steuern (EBT) verbuchte MAN im Zeitraum April bis Juni einen Gewinn von 55 Mill. Euro nach 78 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. 16 von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem Vorsteuergewinn von 48 Millionen Euro gerechnet. Unter dem Strich sank das Ergebnis auf 38 (Vorjahr 45) Millionen Euro. Der Quartalsumsatz verringerte sich um zwei Prozent auf 3,75 Mrd. Euro. Die Auftragseingänge gingen um fünf Prozent auf 3,85 Mrd. Euro zurück. Damit erfüllte MAN auch hinsichtlich des Geschäftsvolumens die Erwartungen der Analysten.

„Ich denke, die Zahlen waren etwas besser als erwartet. Die Aktie dürfte heute steigen, auch weil in den vergangenen Tagen offenbar einige auf schwache Zahlen spekuliert haben und die Papiere verkauft haben“, sagte ein Börsenhändler. Im Markt hält sich aber nach wie vor das Gerücht, über eine baldige Aufspaltung des Unternehmens. Wer davon überzeugt ist, müsste die Aktie eigentlich jetzt kaufen.“

MAN war Anfang Juli in die Schlagzeilen geraten, nachdem Reuters aus Branchenkreisen erfahren hatte, dass Europas größter Autokonzern VW einen Einstieg bei den Münchenern sondiert. Hierfür solle gegebenenfalls das Nutzfahrzeuggeschäft aus dem MAN-Konzern herausgebrochen werden, hatte es geheißen.

Daraufhin bekräftigte MAN-Chef Rudolf Rupprecht erneut, eine Zerschlagung des Industrie-Konglomerats nicht mitzutragen. Zugleich kamen Berichte auf, wonach MAN eine Übernahme des aus kartellrechtlichen Gründen zum Verkauf stehenden 45-prozentigen Anteils Volvos an Scania erwägt.

Vor diesem Hintergrund dürfte auf der für den Vormittag angesetzten Pressekonferenz mit Rupprecht eher die Rolle MANs bei der erwarteten Konsolidierung in der Nutzfahrzeugbranche denn die Quartalszahlen im Mittelpunkt stehen.

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