Gewinnrückgang im Quartal
Mittal und Arcelor verlieren gemeinsam

Die Stahlhersteller Mittal und Arcelor haben das Letzte aus ihren Bilanzen herausgekitzelt, um sich in der heißen Phase des Übernahmekampfes keine Blöße zu geben. Einen Gewinnrückgang konnten die beiden dennoch nicht verhindern.

HB/mjh LONDON. Mittal Steel hat im ersten Quartal einen Reingewinn von 743 Mill. Dollar erzielt. Der Gewinn lag nach Unternehmensangaben vom Freitag damit zwar deutlich unter den 1,15 Mrd. Dollar für den vergleichbaren Vorjahreszeitraum, aber über dem Tiefpunkt von 650 Mill. Dollar im vierten Quartal 2005. Der Umsatz des Unternehmens belief sich in den ersten drei Monaten 2006 auf 8,43 Mrd. Dollar nach 6,42 Mrd. Dollar vor einem Jahr.

Konkurrent Arcelor hat im gleichen Zeitraum ebenfalls bei einem Umsatzanstiegs einen deutlichen Gewinnrückgang verbucht. Der Überschuss sank von 949 Mill. auf 761 Mill. Euro, wie das Unternehmen ebenfalls am Freitag mitteilte. Vor allem dank des erstmals voll konsolidierten Werks Acesita in Brasilien ist der Umsatz dagegen von 8,16 Mrd. Euro im Vorjahr auf 9,57 Mrd. Euro geklettert.

Beide Stahlhersteller äußerten sich zuversichtlich über das laufende Geschäft. Wegen der hohen Nachfrage nach Stahlprodukten werde mit einer sehr guten Entwicklung für das zweite und dritte Quartal gerechnet, hieß es von beiden Seiten.

Mittal hatte Ende Januar angekündigt, Arcelor für knapp 19 Mrd. Euro zu übernehmen. Die Führung von Arcelor sowie die Regierungen Frankreichs und Luxemburgs wehren sich heftig gegen die Übernahme. Voraussichtlich am 16. Mai werden die zuständigen Börsenaufsichten in vier europäischen Ländern die Prüfung der Offerte abschließen. Danach würde das Mittal-Angebot wirksam. Der Konzern teilte am Freitag mit, ers habe von Seiten der USA bereits die Genehmigung für das Übernahmeangebot an den Konkurrenten Arcelor erhalten.

Arcelor hat mitten in der seit Januar laufenden Übernahmeschlacht am Donnerstag Mittal Steel wegen einer angeblichen Patentrechtsverletzung in den USA verklagt. „Wir verteidigen unser Recht auf geistiges Eigentum und auf unsere Technologie“, sagte ein Arcelor-Sprecher dem Handelsblatt und fügte hinzu: „Wir hätten genau das Gleiche gegen jedes andere Unternehmen zu jedem anderen Zeitpunkt unternommen.“ Eine Sprecherin des Mittal-Konzerns bestritt eine Patentverletzung.

In Finanzkreisen hieß es, die beiden Unternehmen würden in der heißen Phase des Übernahmekampfes zunehmend nervös und verlagerten ihre gegenseitigen Attacken jetzt auch auf Nebenkriegsschauplätze.

Bei der Klage in den USA geht es um die von der französischen Usinor – einem Vorgängerunternehmen von Arcelor – entwickelte so genannte „Usibor“-Technologie, die vor allem in der Automobilproduktion eingesetzt wird. Dabei handelt es sich um einen hochfesten Stahl, der insbesondere die Tragfähigkeit von tragenden Karosserieteilen erhöht.

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