Gewinnrückgang
Schwarz-Pharma-Übernahme zieht UCB runter

Kosten für die Übernahme des Arzneimittelherstellers Schwarz Pharma haben dem belgischen Pharmakonzern UCB im ersten Halbjahr einen Teil seiner Gewinne aufgezehrt. Trotzdem schnitt das Unternehmen besser ab als erwartet.

HB BRÜSSEL/FRANKFURT. Wegen Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Kauf des Monheimer Unternehmens sei der Nettogewinn um 39 Prozent auf 171 Mill. Euro geschrumpft, teilte UCB am Donnerstag in Brüssel mit. Der laufende Betriebsgewinn (Rebit) sank um 13 Prozent auf 312 Mill. Euro. Damit schnitt der Konzern aber immer noch besser ab als erwartet: Analysten hatten im Schnitt nur mit einem laufenden Betriebsgewinn von 256 Mill. Euro gerechnet.

„UCB ist heute viel besser positioniert für die Zukunft als vor einem Jahr“, erklärte Konzernchef Roch Doliveux. Der in Brüssel ansässige Konzern erzielte von Januar bis Juni einen Umsatz von 1,86 Mrd. Euro - drei Prozent mehr als vor Jahresfrist. Umsatzstützen waren das Mittel gegen Epilepsie Keppra und das Allergiepräparat Xyzal, deren Erlöse um 36 beziehungsweise um 18 Prozent zulegten. Aber auch das von Schwarz Pharma stammende neue Parkinsonpflaster Neupro trug zum Umsatzplus bei.

Für das Gesamtjahr erwartet das Management einen leichten Umsatzanstieg. Dabei würden die Erlöse im zweiten Halbjahr geringer ausfallen als in der ersten Jahreshälfte, erklärte das Unternehmen. Beim laufenden Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen würden voraussichtlich rund 720 Mill. Euro erreicht. UCB rechnet damit, dass sich Aufwendungen für die Übernahme von Schwarz Pharma im Nettogewinn spürbar niederschlagen werden. UCB will 2007 beim Nettogewinn 100 Mill. Euro übertreffen.

Die Integration von Schwarz Pharma gehe zügig voran, erklärte das UCB-Management. Das Unternehmen rechne nun mit Synergien von 380 Mill. Euro aus der Übernahme, wovon 130 Mill. Euro bereits in diesem Jahr erzielt würden. Bislang hatte die UCB-Führung ein Synergieziel von 300 Mill. Euro vorgegeben. UCB hatte Schwarz Pharma für rund 4,4 Mrd. Euro übernommen.

Die neue Tochter Schwarz Pharma legte am Donnerstag ebenfalls ihre Zwischenbilanz vor. Vor allem schwächere Geschäfte in Deutschland und in den USA ließen den Betriebsgewinn im ersten Halbjahr um ein Drittel auf 52,2 Mill. Euro schrumpfen. Der Konzerngewinn brach um 30 Prozent auf 26,1 Mill. Euro ein. Schwarz-Pharma-Chef Detlef Thielgen sprach dennoch von einer soliden Geschäftsentwicklung, die den Erwartungen entspreche. Die Monheimer setzten in den ersten sechs Monaten 455,8 Mill. Euro um, sechs Prozent weniger als vor Jahresfrist. Zum Jahresende sollen 800 bis 850 Mill. Euro Umsatz in den Büchern stehen nach einer Milliarde 2006. Trotz Kosten für Sparmaßnahmen will Schwarz Pharma das Jahr mit einem Überschuss abschließen.

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