Gewinnrückgang
Sparsame Amerikaner belasten Nissan

Obgleich der drittgrößte japanische Autohersteller Nissan im zweiten Quartal mehr Fahrzeuge verkauft hat, ging der Gewinn zurück. Grund war neben einer Verteuerung der Rohstoffe das geänderte Kaufverhalten der Nordamerikaner.

HB TOKIO. Von April bis Juni sei das operative Ergebnis um 3,2 Prozent auf 148,44 Mrd. Yen (etwa 890 Mill. Euro) gefallen, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Die Zahl lag unter den Markterwartungen. Der Nettogewinn sank sogar noch stärker um 16 Prozent auf 55,6 Mill. Euro. Der Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum sei hier aber schwierig, da das Unternehmen damals von einem außergewöhnlich niedrigen Steuersatz profitiert habe, relativierte Nissan.

Grund für die schlechten Zahlen war die geringere Nachfrage nach Geländewagen aus den USA. Seitdem auch dort der Sprit teuer geworden ist, verschmähen immer mehr Amerikaner die spritschluckenden Fahrzeuge. Dafür sind die Absatzzahlen vor allem bei dem Kompakt- und Kleinwagen gestiegen, so dass unterm Strich ein Plus von 5,9 Prozent auf 875&bsp;000 Fahrzeuge herauskam. Der Umsatz ging um 11 Prozent auf umgerechnet 14,73 Mrd. Euro hoch.

Der Gewinn fiel jedoch, weil Nissan an den Geländewagen mehr verdient als an den Kompaktautos. Hinzu kam, dass der Autobauer für Material wesentlich mehr Geld ausgeben musste, diese Teuerung aber nicht eins zu eins an die Kunden weitergeben konnte.

Nissan-Chef Carlos Ghosn hatte bereits im vergangenen Monat schwächere Zahlen angekündigt. Das Unternehmen blieb jedoch bei seinen Prognosen für das laufende Geschäftsjahr bis Ende März 2008. Demnach rechnet Nissan weiterhin mit einem operativen Gewinn von 4,8 Mrd. Euro. Speziell das Crossover-Model Qashqai verkauft sich derzeit blendend. Die Mischung aus Kompakt- und Geländewagen wird derzeit im britischen Werk in Sunderland hergestellt, dort arbeiten die Mitarbeiter Überstunden und an Wochenenden, um der Nachfrage Herr zu werden. Das Unternehmen teilte nun am Dienstag mit, es suche aufgrund der hohen Nachfrage in Japan nach weiteren Produktionsstätten. Es sei nicht ausgeschlossen, dass einen Teil der Fertigung in die Heimat verlagert werde. Dort heißt der Wagen Dualis.

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