Gewinnrückgang

Starker Dollar bremst Ford aus

Der amerikanische Autobauer Ford enttäuscht die Anleger. Die Amerikaner schwächeln auf dem Heimatmarkt und auch in Asien geht der Gewinn deutlich zurück. Schuld ist der starke Dollar, betont der Autobauer.
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Auf den Mondeo haben sie in Europa lange gewartet. Doch aus den roten Zahlen holt das neue Modell die Kölner bisher nicht. Quelle: obs

Auf den Mondeo haben sie in Europa lange gewartet. Doch aus den roten Zahlen holt das neue Modell die Kölner bisher nicht.

(Foto: obs)

Dearborn Das selbst ausgerufene "Jahr des Durchbruchs" ist für den amerikanischen Autobauer Ford enttäuschend angelaufen. Im ersten Quartal des Jahres 2015 konnten die Amerikaner einen Gewinn von 924 Millionen Dollar (rund 846 Millionen Euro) einfahren – rund 65 Millionen Dollar weniger als im Vorjahr. Die operative Rendite fällt mit 3,4 Prozent bescheiden aus. Mit 1,57 Millionen verkauften Fahrzeugen und einem Umsatz von 33,9 Milliarden Dollar (rund 31 Milliarden Euro) liegt der Konzern leicht unter dem Vorjahr.

Analysten hatten mit einem besseren Ergebnis gerechnet.  Immerhin peilt das Unternehmen im Gesamtjahr einen operativen Gewinn zwischen 8,5 und 9,5 Milliarden Dollar an und eine höhere operative Marge als im Vorjahr an. Ford-Chef Mark Fields will sich seinen Optimismus durch die vergleichsweise bescheidenen Zahlen nicht nehmen lassen. Das erste Quartal sei ein guter Start ins Jahr gewesen, die neuen Modelle würden sich schon bald bezahlt machen, ließ Fields mitteilen.  

Fords große Legende
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Ein Schauspieler, ein Film, ein Auto. Spätestens seit sich Steve McQueen 1968 in dem Krimi Bullit in den Straßen von San Francisco eine 9 Minuten und 42 Sekunden lange Verfolgungsjagd, ist er eine Popikone, der Ford Mustang. Vor gut 45 Jahren begann die Erfolgsgeschichte des Mustangs - durch und durch amerikanisch wie ein Big Mac oder eine Coca Cola. Weltweit steht der Ford Mustang für den American way of Life. Und er hat viel mitgemacht - die Ölkrise genauso wie das ein oder andere gewagte Designexperiment.

Früh übt sich: Schon beim Tonmodell des Mustangs ist die später so erfolgreiche Grundform angelegt. Foto: Ford
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Früh übt sich: Schon beim Tonmodell des Mustangs ist die später so erfolgreiche Grundform angelegt.

Urvater der Pony-Cars: Mit dem Mustang begründete Ford eine Fahrzeugklasse, bei der günstige Mobilität mit sportlichen Ambitionen im Vordergrund stand. Foto: Ford
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Mit dem Mustang begründete Ford eine Fahrzeugklasse, bei der günstige Mobilität mit sportlichen Ambitionen im Vordergrund stand. Bevor der Ford Mustang zum Rabauken, Muscle Car und stets leicht prolligen Rebell unter den Sportwagen wurde, fand das Auto 1964 den Weg auf die Straße als seriöses, sportliches Coupé, dessen Erfolg die Ford Motor Company zu Beginn allerdings überrollte. Eigentlich wollte Ford anfangs 100.000 Autos pro Jahr verkaufen – daraus wurden allein in den ersten zwölf Monaten 417.000.

Lee Iacocca war bei Ford maßgeblich an der Entwicklung des Mustang beteiligt. Auf der Weltpremiere lobte er dessen Vielseitigkeit. Foto: Ford
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Weltpremiere des Ford Mustang 1964: Lee Iacocca war bei Ford maßgeblich an der Entwicklung des vielseitigen Autos beteiligt.

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Bevor der Ford Mustang zum Rabauken, Muscle Car und stets leicht prolligen Rebell unter den Sportwagen wurde, fand das Auto 1964 den Weg auf die Straße als seriöses, sportliches Coupé, dessen Erfolg die Ford Motor Company zu Beginn allerdings überrollte. Eigentlich wollte Ford anfangs 100.000 Autos pro Jahr verkaufen - daraus wurden allein in den ersten zwölf Monaten 417.000.Foto: PR

In den Swinging Sixties: Egal, ob als Cabrio oder Coupé, der Mustang traf genau den Nerv der Zeit. Foto: Ford
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Der Mustang traf in den Sechzigern den Nerv der Zeit.

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Ford Mustang cabrio vonn 1964

Die Markteinführung der neuen Generation des F-150 -  immerhin Fords meistverkauftes Modell auf dem US-Markt – und des neuen SUV Edge hätten zu sinkenden Verkäufen in Nordamerika geführt, teilte der Konzern mit. Das Volumen des Bestsellers war wegen der Umstellung um satte 40 Prozent gesunken. Da im weiteren Jahresverlauf mehr F-150 verfügbar sein sollen, dürfte sich die Situation wieder verbessern. Mit 678.000 verkauften Fahrzeugen ist der Heimatmarkt für Ford immer noch der wichtigste Umsatztreiber.

In Europa, dem laut Absatzstatistik zweitwichtigsten Markt, konnte Ford bei den Verkäufen leicht um zwei Prozent auf 376.000 Fahrzeuge zulegen. Dabei profitieren die Amerikaner vom Rückzug der GM-Tochter Opel auf Russland. „Ford bekennt sich weiterhin zum russischen Markt”, heißt es in der Mitteilung des Autobauers. Der starke Dollar und die geringe Rendite in Russland hinterlassen allerdings Spuren in der Europa-Bilanz. Die operative Marge ist schlechter geworden, die Verluste fallen mit 185 Millionen Dollar nur leicht geringer aus als im Vorjahresquartal.

Gewinn fährt der Konzern dagegen weiterhin auf dem asiatischen Markt ein. Dort konnten die Verkäufe um 4,3 Prozent auf 366.000 Fahrzeuge zulegen. Allerdings fiel der Gewinn der Amerikaner im gleichen Zeitraum um fast zwei Drittel und betrug im ersten Quartal nur noch 103 Millionen Dollar. Das führt Ford vor allem auf die Einführung neuer Modelle und den Ausbau der Kapazitäten zurück. Investitionen, von denen Ford bereits in der zweiten Jahreshälfte profitieren will. Damit aus dem Jahr 2015 doch noch ein Jahr des Aufbruchs wird.

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