Gewinnrückgang
Südzucker setzt auf Alkohol

Weil das Stammgeschäft mit Zucker nicht mehr so viel abwirft, lenkt Europas größter Hersteller Südzucker sein Augenmerk auf andere Bereiche. Am hervorstechendsten ist der Bioalkohl für die Treibstoffbeimischung. Hier investiert das Unternehmen hunderte Millionen.

HB MANNHEIM. Der Gewinn ist im Geschäftsjahr 2005/2006 deutlich zurückgegangen .Der Überschuss nach Minderheiten fiel um 18,6 Prozent auf 242 Mill. Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch in Mannheim mitteilte. Das operative Ergebnis sank um 13,9 Prozent auf 450 Mill. Euro. Die im Nebenwerteindex MDax gelistete Südzucker AG führte die Gewinneinbußen auf hohe Energiekosten und Preisdruck beim Zucker zurück. Zudem hätten weiterhin Anlaufverluste einer neuen Anlage für die Produktion von Bioalkohol die Bilanz belastet.

Der Umsatz stieg hingegen binnen Jahresfrist um 10,8 Prozent auf den Rekordwert von 5,35 Mrd. Euro. Den Aktionären will Südzucker erneut eine Dividende von 55 Cent zahlen.

Für das Geschäftsjahr 2006/2007 (per Ende Februar) kündigte der Vorstand Umsatz- und Ergebnissteigerungen an. Wachstumstreiber sollen erneut die Sparten Bioalkohol und Frucht sein. Im Bereich Zucker, auf den zwei Drittel des Umsatzes entfallen, will Südzucker Marktanteile über den Erwerb zusätzlicher Quoten gewinnen. Von der im Vorjahr beschlossenen Reform der EU-Zuckermarktverordnung, die eine Senkung der Garantiepreise um mehr als ein Drittel vorsieht, profitiere das Unternehmen, sagte der Vorstandsvorsitzende Theo Spettmann. Zwar erfordere die Reform Rationalisierungsmaßnahmen, zugleich aber ermögliche sie es, Zucker für die Industrie künftig auch außerhalb der Quotenregelung herzustellen. Dadurch entstünden zusätzliche Absatzmöglichkeiten.

Im Spezialitätengeschäft – die Produktion von Pizzen, Fruchtzubereitungen, Stärke und Bioalkohol – will Südzucker im kommenden Jahr erstmals mehr als 2 Mrd. Euro umsetzen. Im abgelaufenen Jahr hatte das Segment ein Umsatzplus von 35 Prozent auf 1,77 Mrd. Euro verbucht. Allerdings erwartet Südzucker noch Ergebnisbelastungen durch nicht ausgelastete neue Fabriken.

Besonders den Bereich Bioalkohol will das Unternehmen kräftig ausbauen und die Produktionskapazität in den nächsten Jahren mehr als verdreifachen. Angesichts des großen Marktpotenzials solle die Produktion von Bioalkohol bzw. -ethanol von derzeit 320 000 auf gut 1 Million Kubikmeter gesteigert werden. In den nächsten Jahren will Südzucker rund 500 Mill. Euro investieren.

Einschließlich der bereits laufenden Anlage in Zeitz betrage das Investitionsvolumen damit rund 700 Mill. Euro. Das für die Kraftstoffindustrie wichtige Bioethanol ist für Europas größten Zuckerproduzenten ein wichtiges Wachstumsfeld. In Anbetracht der von der Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten eingeleiteten Förderprogramme für Biokraftstoffe sei mit einem dynamischen Marktwachstum zu rechnen, hieß es.

Neben der Bioethanol-Anlage in Zeitz baut der Konzern derzeit eine Produktion in Österreich auf. Darüber hinaus will Südzucker eine Anlage in Belgien errichten und die Produktion der bereits bestehenden Anlage in Ungarn erweitern. „Der weitere Ausbau dieses Geschäftsfeldes wird eine Grundlage für das mittel- bis langfristige Ergebniswachstums darstellen", hob Südzucker die Bedeutung von Bioethanol hervor.

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