Gewinnsprung: Dreamliner-Pannen können Boeing nichts anhaben

Gewinnsprung
Dreamliner-Pannen können Boeing nichts anhaben

Airbus-Rivale Boeing legt beim Gewinn kräftig zu. Während der Langstreckenflieger Dreamliner weiterhin Probleme macht, floriert das Geschäft mit Mittelstreckenfliegern. Nun hebt der Flugzeugbauer auch die Prognose an.
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New YorkBoeing steckt die Pannenserie bei seinem Prestigeflugzeug Dreamliner überraschend gut weg. Der US-Rivale des europäischen Flugzeugbauers Airbus steigerte Gewinn und Umsatz im zweiten Quartal unerwartet kräftig und hob seine Jahresprognose an. Vor allem die große Nachfrage nach Verkehrsmaschinen habe das Ergebnis angetrieben, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Die Kunden lassen sich offenbar von der monatelangen Zwangspause für den 787 Dreamliner nicht abschrecken und setzen weiter auf Boeing-Flieger. Anleger reagierten erfreut: Die Aktie stieg vorbörslich um zwei Prozent auf ein Rekordhoch von 109,62 Dollar.

„Das starke Ergebnis im ersten Halbjahr und die positiven Aussichten ermöglichen es uns, die Ziele für Gewinn und Umsatz anzuheben“, erklärte Konzernchef Jim McNerney. Das Nettoergebnis legte um 13 Prozent auf rund 1,1 Milliarden Dollar zu. Der Umsatz stieg um neun Prozent auf 21,8 Milliarden Dollar. Mit einem Umsatzplus von 15 Prozent florierte vor allem das Geschäft mit Verkehrsflugzeugen. Hier lieferte Boeing im abgelaufenen Quartal 169 Maschinen aus nach 150 Flugzeugen vor einem Jahr. Darunter waren auch sechs mehr Dreamliner als im Vorjahr. Zu der positiven Entwicklung hätten neben der Lösung der Batterieprobleme beim Dreamliner auch der erfolgreiche Start der neuen spritsparenden Version 787-10 beigetragen, erklärte McNerney.

Boeing kommt wie Airbus zugute, dass viele Fluggesellschaften, die die Maschinen meist erst Jahre später bekommen, auf ein Ende der Wirtschaftsflaute und der europäischen Schuldenkrise setzen. Nach Schätzungen des Flugverbands IATA soll sowohl der Passagier- und Frachtverkehr vor allem in Asien in den kommenden Jahren zulegen. Hinzu kommt, dass sich viele Investoren bei der Suche nach hoher Rendite auf das einträgliche Verleihen von Flugzeugen stürzen.

Daher kamen die Dreamliner-Probleme für Boeing eigentlich zur Unzeit. Der neue Langstreckenflieger musste zu Jahresanfang wegen Batterieproblemen monatelang am Boden bleiben. Weil sich Lithium-Ionen-Akkus in mehreren Fällen überhitzten und es in zwei Maschinen zu einem Brand kam, hatten die Behörden die Starterlaubnis für die weltweit ausgelieferten 50 Flugzeuge Anfang des Jahres entzogen. Erst seit Mai kann der Konzern sein Prestigemodell wieder ausliefern. Seither kam es bereits zu neuen Zwischenfällen, bei denen die vom US-Industriekonzern Honeywell gelieferten Peilsender betroffen waren. Zudem gab es in einer Maschine Probleme mit der Kerosinpumpe.

Etwas weniger gut lief es für Boeing allerdings im Rüstungs- und Raumfahrtgeschäft, dass von den staatlichen Sparzwängen in den USA betroffen ist. In der Rüstungssparte stieg der Gewinn zwar um sechs Prozent auf 373 Millionen Dollar. Der Umsatz ging dagegen um vier Prozent auf 3,9 Milliarden Dollar zurück. In der Raumfahrtsparte wuchs der Überschuss um ein Prozent auf 137 Millionen Dollar und die Erlöse legten um fünf Prozent auf rund zwei Milliarden Dollar zu.

Die Airbus-Mutter EADS will ihre Zahlen am 31. Juli vorlegen.

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