Gewinnsprung
Harley-Davidson kommt auch bei der Jugend an

Die schweren Zweizylinder-Bikes aus Milwaukee verkaufen sich vor allem in Amerika und Asien sehr gut. Das sorgt für einen deutlichen Gewinnsprung im Frühjahrsquartal. Analystenerwartungen wurden übertroffen.
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BostonDer Motorradhersteller Harley-Davidson hat mit seinen schweren Maschinen im Frühjahrsquartal die Gewinnerwartungen übertroffen. Wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte, stieg der Gewinn auf 247 Millionen Dollar. Je Aktie ist das ein Betrag von 1,07 Dollar. Von Thomson Reuters befragte Analysten hatten mit zwei Cent weniger rechnet. Der Umsatz stieg um 14,6 Prozent auf 1,73 Milliarden Dollar.

Firmenchef Keith Wandell warnte aber vor größeren Unsicherheiten. „Die Verkäufe sind ganz klar von den herausfordernden wirtschaftlichen Bedingungen in der Eurozone in Mitleidenschaft gezogen worden“, erklärte Wandell.

Im vergangenen Jahr hatte Harley-Davidson annähernd 235.200 Motorräder verkauft, ein Plus von sechs Prozent. Zwei von drei Maschinen setzt die Kultmarke immer noch in den USA ab, gefolgt von Kanada, man tut sich also in Europa immer noch ein wenig schwer, hier ist die Konkurrenz vor allem der japanischen Marken übermächtig. Als einen der Gründe für das Comeback daheim sieht der Firmenchef, dass sich mittlerweile auch junge Leute, Frauen, Afroamerikaner und Einwanderer aus Lateinamerika fürs Motorradfahren begeisterten. Was er unter "junge Leute" versteht, wurde nicht weiter ausgeführt, bekanntermaßen ist der klassische Kunde einer Harley weiß, männlich und im mittleren Alter.

Die Verkäufe in Europa schrumpften um neun Prozent auf gut 14.600 Stück. Doch Harley-Davidson hatte Glück im Unglück: Amerikaner und Asiaten fahren weiterhin auf die schweren Maschinen aus Milwaukee ab. Vor allem dank der Treue seiner US-Fans sieht sich Harley-Davidson also weiterhin auf Kurs.

Dagegen stand in Lateinamerika ein Plus von 37,9 Prozent. Der Konkurrent von Herstellern wie Honda, Suzuki, Yamaha, Kawasaki und BMW hat sich an der New Yorker Börse in diesem Jahr besser entwickelt als der Leitindex S&P 500.

Weltweit stiegen die Verkäufe um drei Prozent auf 85.700. Das sah in der Wirtschaftskrise vor vier Jahren noch ganz anders aus: Damals brachen die Verkäufe weltweit ein und Harley-Davidson musste ums Überleben kämpfen. Firmenchef Wandell gab in der Not die traditionsreiche italienische Marke MV Agusta und die sportlich-eigenwillige US-Marke Buell auf und strich Tausende Jobs.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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