Gewinnsprung hilft Schaeffler
Autozulieferer verdient mehr

Ein Gewinnsprung und steigende Umsätze helfen Schaeffler, sein Jahresziel bestätigen zu können. Da nach der Automobilsparte auch die Industrie anzog, ist der fränkische Zuliefere in Familienbesitz weiter auf Kurs.
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HamburgDer Auto- und Industriezulieferer Schaeffler sieht sich nach einem Gewinnsprung auf Kurs für seine Jahresziele. Weil neben der gut laufenden Automobilsparte auch das Industriegeschäft anzog, kletterte der Betriebsgewinn (Ebit) in den ersten neun Monaten um 17 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro.

Der Umsatz sei um sieben Prozent auf neun Milliarden Euro gestiegen, teilte das fränkische Unternehmen am Donnerstag mit. Für das Gesamtjahr bekräftigte das Management, die Erlöse sollten währungsbereinigt um mehr als sieben Prozent zulegen. Beim operativen Geschäft erwartet Schaeffler eine Rendite zwischen zwölf und 13 Prozent. Nach neun Monaten lag diese bei 13,5 Prozent.

Wachstumstreiber war die größere Autosparte, deren Umsatz von Januar bis September um 8,8 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro zulegte. Das Industriegeschäft wuchs um 2,7 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro. Am höchsten fiel das Wachstum in China aus. In Europa spürte Schaeffler die Erholung des Automarktes.

Die Netto-Finanzschulden des fränkischen Familienunternehmens schwollen um 324 Millionen auf 5,8 Milliarden Euro an. Als Grund für den Anstieg nannte ein Sprecher die Refinanzierung einer Kartellstrafe sowie Kosten für die vorzeitige Ablösung von Anleihen. Unter dem Strich sank der Gewinn aufgrund von Sondereffekten um 84 Millionen Euro auf 936 Millionen.

Dies liegt zum einen daran, dass sich Schaeffler weniger Gewinn von Conti anrechnen kann, weil die Beteiligung leicht gesunken ist. Zum anderen schlugen auch hier Kosten für die vorzeitige Ablösung von Anleihen zu Buche.

Schaeffler hatte sich 2009 mit der Übernahme des drei Mal so großen Continental -Konzerns verhoben und in einer existenzbedrohenden Übernahmeschlacht einen Schuldenberg von rund neun Milliarden Euro angehäuft. Um diesen abzutragen, verkauften die Franken im vergangenen Jahr einen kleinen Teil an dem Konzern aus Hannover.

Im Frühsommer hatte die Tochter, in der das operative Geschäft mit Kugellagern und anderen Zulieferteilen für die Autoindustrie betrieben wird, insgesamt 3,5 Milliarden Euro über Anleihen und neue Kredite refinanziert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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