Gewinnsprung im ersten Halbjahr
Carl Zeiss fürchtet schwächere Chipindustrie

Ein starkes Geschäft mit Halbleiterprodukten hat dem Technologiekonzern Carl Zeiss in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres zu einem Gewinnsprung verholfen. Die bisherige Prognose wollte Konzernchef Dieter Kurz aber trotzdem nicht bestätigten.

HB STUTTGART. Ein starkes Geschäft mit Halbleiterprodukten hat dem Technologiekonzern Carl Zeiss zu einem Gewinnsprung verholfen. Das Betriebsergebnis (Ebit) stieg in den sechs Monaten von Oktober bis März um ein Viertel auf 189 Millionen Euro, wie Zeiss am Donnerstag mitteilte. Unter dem Strich blieb mit 96 Millionen Euro ein Drittel mehr in der Kasse. Angetrieben einem Zuwachs bei Optikprodukten für die Belichtung von Mikrochips legte der Umsatz um zwölf Prozent auf 1,3 Milliarden Euro zu.

Im Geschäft mit der Halbleiterindustrie, auf das 40 Prozent des Umsatzes entfallen, deute sich aber eine Abschwächung des Wachstums an, möglicherweise sogar eine Stagnation, sagte Vorstandschef Dieter Kurz. Ob sich das Wachstumstempo aus dem ersten Halbjahr 2006/07 bis September halten lässt, sagte er nicht. Die Ende 2006 abgegebene Prognose eines Umsatzzuwachses um mindestens zehn Prozent bestätigte er nicht.

„Wir gehen mit gut gefüllten Auftragsbüchern in die zweite Jahreshälfte“, sagte Kurz. Der Wert der neuen Bestellungen nahm in den ersten sechs Monaten zwar nur um zwei Prozent zu. Das liege aber vor allem daran, dass im stark zyklischen Geschäft mit Optronik – militärischen Periskopen und Nachtsichtgeräten – bislang keine Großaufträge hereingekommen seien, hieß es.

Zeiss will die Fertigung im Ausland ausbauen. Durch mehr Produktion in den USA könnten die erheblichen Wechselkurseffekte reduziert werden, sagte Kurz. Mit einem weiteren Werk in China - dort werden neben Messtechnik nun auch Mikroskope hergestellt – mache sich Zeiss unabhängiger von regulatorischen Eingriffen der Behörden dort. In Indien soll das Gemeinschaftsunternehmen der Augenoptiksparte Carl Zeiss Vision mit dem lokalen Anbieter GKB ausgebaut werden.

Die Brillenglas-Tochter hatte Carl Zeiss 2004 zur Hälfte an den Investor EQT verkauft. Anfang 2009 soll entschieden werden, ob sie an die Börse gebracht oder zurückgekauft wird. In Innovationen sieht Zeiss einen Hauptwachstumstreiber, die Investitionen wurden auf elf Prozent des Umsatzes aufgestockt. „Wir erzielen 60 Prozent des Umsatzes mit Produkten, die nicht älter als fünf Jahre sind“, sagte Kurz.

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