Gewinnsprung
RAG schraubt Erwartungen hoch

Bei der an die Börse strebenden RAG laufen die Geschäfte überraschend gut. Hatte das Unternehmen bislang nicht damit gerechnet, Umsatz und Erlös des Vorjahres erreichen zu können, sieht RAG nach einem Gewinnsprung in den ersten sechs Monaten mit mehr Zuversicht auf den Rest des Jahres.

HB DÜSSELDORF. „Für das Gesamtjahr gehen wir davon aus, dass sowohl Umsatz als auch Ebit leicht über Vorjahr liegen werden“, sagte RAG-Chef Werner Müller am Dienstag. Nach dem Konzernumbau der vergangenen Jahre sei die frühere Ruhrkohle AG auf Kurs zum Kapitalmarkt. Müller will den um die defizitäre Kohlesparte erleichterten Konzern in der ersten Jahreshälfte 2008 an die Börse bringen.

Bislang hatte die RAG damit gerechnet, dass sie bei den Erlösen und beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) nicht an den Vorjahreswert herankommen wird. Der RAG Beteiligungskonzern, in dem die drei „weißen“ Sparten Chemie, Energie und Immobilien gebündelt sind, hatte 2006 bei einem Umsatz 14,8 Mrd. Euro ein Ebit von 1,2 Mrd. Euro erwirtschaftet. Im ersten Halbjahr verbuchte die RAG mit einem Umsatz von 7,6 Mrd. Euro ein Plus von drei Prozent. Das Ebit lag mit einem Zuwachs von 26 Prozent bei 788 Mill. Euro. Unter anderem durch eine niedrigere Steuerlast schoss der Nettogewinn um 137 Prozent auf 715 Mill. Euro in die Höhe. Der deutsche Bergbau ist in den Zahlen nicht enthalten.

In den ersten sechs Monaten profitierte die Chemiesparte, die unter anderem Lacke und Farben produziert, auch von höheren Preisen. Dadurch verbesserte der Bereich sein Ebit um etwa ein Drittel auf 546 Mill. Euro. Das Ebit im Energiegeschäft legte um fünf Prozent auf 247 Mill. Euro zu. Hier habe sich die Inbetriebnahme des Kraftwerks auf der philippinischen Insel Mindanao positiv ausgewirkt. Das Ebit der Immobiliensparte sank um 24 Prozent auf 39 Mill. Euro. 2006 seien schon im ersten Halbjahr viele Wohnungen verkauft worden, in diesem Jahr sollten größere Pakete in der zweiten Jahreshälfte abgestoßen werden, erklärte die RAG zur Begründung.

Nach einigen Verzögerungen treibt die RAG ihre Börsenpläne voran. Vor wenigen Wochen war die RAG-Stiftung gegründet worden, in die die erhofften Milliardeneinnahmen aus dem Börsengang fließen sollen. Die Erlöse sollen die Folgekosten des Steinkohle-Bergbaus decken. Im September will die RAG den neuen Namen für den Börsenkonzern präsentieren.

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