Gewinnwachstum
Europäer sind Amerikanern überlegen

Mit dem Aluproduzenten Alcoa ist die Bilanzsaison für das zweite Quartal 2007 eingeläutet. Europas Firmen haben gute Chancen, ihre US-Konkurrenz beim Gewinnwachstum zu überflügeln. Eine Handelsblatt-Analyse zeigt, dass die Amerikaner sich schon jetzt eines kleinen Tricks bedienen müssen, um nicht allzu schlecht auszusehen.

NEW YORK/DÜSSELDORF. Die großen US-Konzerne starten mit gemischten Aussichten in die zweite Jahreshälfte. Nach goldenen Jahren mit prozentual zweistelligen Gewinnsteigerungen hat sich das Wachstum vor allem im Heimatmarkt spürbar abgeschwächt. Zum Beginn der Bilanzsaison für das zweite Quartal rechnen Wall-Street-Analysten für die im Börsenindex S&P 500 abgebildeten Firmen nur noch mit einem durchschnittlichen Ergebnisplus von 4,4 Prozent. Das geht aus einer Prognose des Finanzdatenanbieters Thomson Financial hervor, der die Schätzungen aller großen Investmenthäuser bündelt.

Der Aluminiumriese Alcoa hat seinen Umsatz zwar um 3,5 Prozent auf 8,07 Mrd. Dollar gesteigert. Die Schließung zweier Werke habe jedoch den Vorteil steigender Aluminiumpreise aufgezehrt, so dass der Nettogewinn mit 715 Mill. Dollar knapp vier Prozent niedriger ausfiel als vor einem Jahr, teilte Alcoa mit. Der Gewinn je Aktie sank von 85 auf 81 Cent. Im Ringen um den kanadischen Rivalen Alcan, hat der US-Konzern sein Übernahmeangebot um einen Monat bis zum 10. August verlängert.

Die Erwartungen an die US-Konzerne sind in den vergangenen Monaten kleiner geworden: Zu Jahresbeginn hatten Analysten noch mit einem Gewinnwachstum von knapp sieben Prozent für die Zeitspanne zwischen April und Juni 2007 gerechnet. Zwar dürfte sich die Rekordserie der US-Konzerne in den wesentlichen Sparten fortschreiben lassen. Wegen hoher Vorgaben aus dem Vorjahr kündigt sich jedoch selbst in den großen Boom-Branchen Energie und Finanzen Abkühlung an. Für den Bereich der zyklischen Konsumgüter erwarten Analysten gar zehn Prozent niedrigere Gewinne.

Die jüngsten Verkaufszahlen von Konsumriesen wie Wal-Mart, Home Depot oder Best Buy sowie ein rückläufiger US-Automarkt haben angezeigt, dass US-Verbraucher weniger ausgeben. Merrill-Lynch-Analyst David Rosenberg spricht von den schwächsten Konsumwerten seit dem Schock durch Hurrikan Katrina im Jahr 2005. Es sei offensichtlich, dass die Immobilienkrise nicht nur die Investitionstätigkeit auf der Unternehmensseite dämpfe, sondern inzwischen auch den privaten Verbrauch belaste, sagt Rosenberg. Über lange Zeit waren die Konsumgüterfirmen noch widerstandsfähig gegen die sich abkühlende US-Konjunktur, die im ersten Quartal nur noch 0,6 Prozent gewachsen ist. Das Shoppingvergnügen hat sich für Geringverdiener wie für Hausbesitzer nachhaltig eingetrübt: Energie- und Nahrungsmittelpreise sind gestiegen, die Immobilienpreise indes gefallen.

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