Gewinnwarnung
Brasilien verhagelt Bayer das Ergebnis

Bayer überrascht die Anleger mit einer Gewinnwarnung: Grund sind die wachsenden Probleme im Agrochemiegeschäft in Brasilien. Doch nicht nur in dieser Sparte läuft es nicht rund. Das lässt die Bayer-Aktie abrutschen.
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DüsseldorfDie Bayer AG wird ihre Ziele bei Gewinn und Umsatz in diesem Jahr nicht erreichen können. Der Leverkusener Konzern überraschte am Freitagmorgen mit einer Gewinnwarnung für das laufende Jahr. Grund sind die wachsenden Probleme im Agrochemiemarkt in Brasilien sowie die anhaltende Schwäche im Geschäft mit rezeptfreien Mitteln.

Bayer muss in Brasilien gegensteuern, was zu einer deutlichen einmaligen Belastung in Höhe von 300 bis 400 Millionen Euro führen wird. Um diesen Betrag wird das bereinigte Ergebnis (Ebitda) der Division Crop Science geringer ausfallen. Bereits im zweiten Quartal wird dieser Effekt im Ergebnis sichtbar werden.

Wie stark die Prognose des Konzerns für 2017 nun angepasst wird, will Bayer erst Ende Juli bei der Vorlage der Zahlen zum zweiten Quartal genau beziffern. Nach bisherigen Planungen sollte der Umsatz von rund 47 auf etwa 51 Milliarden Euro steigen, also im mittleren bis oberen einstelligen Prozentbereich. Der bereinigte operative Gewinn sollte im unteren Zehner-Prozentbereich wachsen. 2016 kam Bayer auf ein Ebitda vor Sondereinflüssen von 10,2 Milliarden Euro.

Die Bayer-Aktien rutschten am Freitag um bis zu 5,5 Prozent auf ein Zwei-Monats-Tief von 111,55 Euro ab. Damit waren die Titel größter Verlierer im Dax.

Analyst Jeremy Redenius von Bernstein Research geht davon aus, dass die Leverkusener ihre Prognose für das Ebitda vor Sondereinflüssen um etwa vier Prozent zurückschrauben werden. Damit bliebe wohl ein hohes einstelliges Wachstum übrig, schrieb er in einer Studie vom Freitag. Er kalkuliert bisher mit plus neun Prozent, der Marktkonsens erwarte eine Steigerung um elf Prozent. Tim Race von der Deutschen Bank geht davon aus, dass die negative Nachricht von den Anlegern schnell verziehen wird. Immerhin handle es sich um Einmaleffekte.

Grund für die Korrektur ist das schwache Geschäft in Brasiliens Agrarchemiemarkt. Das Land ist neben den USA und Europa einer der größten landwirtschaftlichen Märkte für Bayer. Doch in der gerade abgeschlossenen Saison war die Nachfrage nach Pflanzenschutzmitteln viel geringer als erwartet.

Dazu trug zum einen die wirtschaftliche Schwäche des Landes bei, vor allem aber wetterbedingte Probleme. Die Insektizide und Unkrautvernichtungsmittel von Bayer wurden weniger gebraucht. Das führte zu einem hohen Lagerbestand bei den brasilianischen Vertriebspartnern von Bayer. Das Geld fließt an den Leverkusener Konzern erst, wenn die Bauern bei den Distributeuren einkaufen. Bayer muss nun reagieren. Die Situation dort soll normalisiert werden, heißt es in der Mitteilung des Konzerns.

Das Agrochemiegeschäft ist aber nicht der einzige Grund für die Prognose-Anpassung. Die Sparte Consumer Health, in dem das Geschäft mit rezeptfreien Mitteln gebündelt ist, läuft weiterhin nicht rund. Auch in diesem Geschäft wird Bayer seine Ziele anpassen müssen, konkrete Erwartungen sind noch nicht bekannt. Schon seit geraumer Zeit laufen vor allem die Mittel schlecht, die Bayer vor drei Jahren vom amerikanischen Merck-Konzern für elf Milliarden Dollar erworben hatte.

Unverändert stark laufen nach Angaben von Bayer die Geschäfte in der zentralen Pharmasparte und bei der ausgegliederten Kunststofftochter Covestro. An letzterer ist Bayer zwar nur noch mit 44 Prozent beteiligt, der Konzern konsolidiert die Ergebnisse aber weiterhin voll.

Kommentare zu " Gewinnwarnung: Brasilien verhagelt Bayer das Ergebnis"

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  • @Helmut Metz
    Schätze die haben Bayer abgekocht und genau wegen der kommenden Prozesse
    die Firma "großzügig" abgegeben.

  • @ Peter Spiegel

    Mit Monsanto hat sich Bayer einen finanziellen Sargnagel an Bord geholt.
    Das liebe ich ja so sehr bei den Amis: bei Schadensersatzforderungen geht es dort um richtig viel Kohle - nicht um lächerliche Beträge wie im deutschen Recht...

  • http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/bayer-kauft-monsanto-der-66-milliarden-dollar-deal-ist-fix/14543592.html
    Kalifornien, Herbizid als Krebs verursachend...............
    Da kommen doch noch einige Urteile gegen Bayer

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