Gewinnwarnung
Bridgestone schraubt Erwartungen runter

Der Reifenhersteller Bridgestone hat eine Gewinnwarnung ausgesprochen. Die Japaner rechnen wegen der hohen Ölpreise im Gesamtjahr mit rund einem Drittel weniger Gewinn als bisher erwartet.

HB TOKIO/HANNOVER. Bereits im Mai hatte der französische Michelin-Konzern erklärt, er sehe seine Finanzziele für 2006 wegen gestiegener Rohstoffpreise gefährdet. Anders als die Konkurrenz sieht der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental seine Gewinnziele nicht in Gefahr: Reifen machen bei dem Hannoverschen Konzern weniger als die Hälfte des Umsatzes aus. Dennoch gab die Conti-Aktie wie die Papiere anderer Reifenhersteller wegen der Gewinnwarnung von Bridgestone deutlich nach.

Bridgestone geht nun davon aus, bis Jahresende netto 65 Mrd. Yen (rund 445 Mill. Euro) zu erwirtschaften statt der im Februar prognostizierten 100 Mrd. Yen. Die Verteuerung von Kautschuk und Öl habe sich schlimmer ausgewirkt als ursprünglich angenommen, erklärte der japanische Konzern. Beim operativen Gewinn seien nunmehr 165 Mrd. Yen zu erwarten. Bislang hatte das Unternehmen 197 Mrd. Yen angepeilt - nach 214 Mrd. Yen im vergangenen Jahr. Die Umsatzprognose hob der Konzern dagegen um 1,7 Prozent auf 2,95 Billionen Yen an.

Conti bleibt standhaft

Conti-Chef Manfred Wennemer dagegen hielt an seinem Ausblick fest: „Wir haben keinerlei Informationen, die uns von unserer Prognose abweichen lassen“, erklärte er in Hannover. „Es spricht alles dafür, dass Umsatz und Ergebnis wie vorausgesagt über dem Vorjahr liegen werden.“ Bei Continental mache das Reifengeschäft weniger als die Hälfte des Umsatzes aus, betonte der Conti-Chef. Hinzu kommt, dass die Lkw-Reifen-Sparte, bei der sich die Rohstoffpreise besonders stark auswirken, bei Conti anders als etwa bei Michelin vergleichsweise klein ist.

Im vergangenen Jahr erzielte Continental mit Reifen einen Umsatz von 5,8 Mrd. Euro. Der gesamte Konzern setzte 13,8 Mrd. Euro um. Umsatztreiber sind bei Conti vor allem elektronische Brems- und Stabilitätssysteme (ABS und ESP), die immer häufiger zur Serienausstattung neuer Autos gehören. Den Gewinn hatte Continental im vergangenen Jahr um fast ein Drittel auf mehr als 950 Mill. Euro nach oben geschraubt.

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