_

Gilenia: Novartis prescht mit neuer MS-Tablette vor

Für Patienten, die an Multiple Sklerose (MS) leiden, beginnt in diesen Wochen eine neue Zeitrechnung. Denn in Kürze werden ihnen wohl erstmals Medikamente zur Verfügung stehen, die nicht mehr injiziert werden müssen. Der Pharmakonzern Novartis prescht vor - und setzt in dem Milliardenmarkt Merck und Bayer unter Druck.

Pharma-Produktion bei Novartis. Quelle: Reuters
Pharma-Produktion bei Novartis. Quelle: Reuters

FRANKFURT. Für Patienten, die an der Nervenkrankheit Multiple Sklerose (MS) leiden, beginnt in diesen Wochen eine neue Zeitrechnung. Denn in Kürze werden ihnen aller Voraussicht nach erstmals Medikamente zur Verfügung stehen, die nicht mehr injiziert werden müssen, sondern als normale Tablette eingenommen werden können.

Anzeige

So hat in den USA jetzt der Baseler Pharmakonzern Novartis die Zulassung für sein MS-Medikament Gilenia erhalten. Die Genehmigung in Europa dürfte in einigen Monaten folgen.

Branchenkenner rechnen außerdem für die kommende Woche mit einer positiven Entscheidung der europäischen Arzneimittelbehörde Emea für ein weiteres orales MS-Medikament, das von der Darmstädter Merck-Gruppe entwickelte Mittel Cladribine. Dieser Wirkstoff hat in den vergangenen Monaten bereits Zulassungen in Russland und Australien erhalten.

In den USA befindet sich Cladribine noch im Zulassungsverfahren. Der Zulassungsantrag von Merck wurde im Herbst 2009 von der US-Arzneimittelbehörde FDA zurückgewiesen und musste im Juni neu eingereicht werden. Dadurch hat der Darmstädter Konzern seinen anfänglichen Vorsprung vor Novartis eingebüßt. Merck erwartet nun für das vierte Quartal ein Signal von Seiten der FDA.

Der Auftritt der neuen Medikamente wird nach Einschätzung von Analysten die Marktverhältnisse im Bereich der MS-Behandlung massiv beeinflussen. Denn Arzneien, die als Tabletten verfügbar sind, werden von Patienten in aller Regel bevorzugt gegenüber Injektionen. Die neuen Produkte, so die Erwartung, dürften daher erhebliche Marktanteile im MS-Markt gewinnen zu Lasten der etablierten Medikamente.

Leidtragende dieser Entwicklung wären vor allem Bayer, die US-Firma Biogen Idec und möglicherweise auch der momentane Marktführer im Bereich der Multiple-Sklerose-Therapie, der israelische Pharmakonzern Teva.

  • Die aktuellen Top-Themen
Deutsche-Bank-Chef: Ackermanns einsamer Abgang

Ackermanns einsamer Abgang

Wie kaum ein anderer hat Josef Ackermann das Bild der Deutschen Bank in der Öffentlichkeit geprägt. Jetzt muss der Schweizer der neuen Doppelspitze Jain/Fitschen weichen. Doch der Führungswechsel hat Spuren hinterlassen.

Volkswagen: VW in Chinas wildem Westen

VW in Chinas wildem Westen

Chinas Westen glänzt mit Wachstumsraten. VW will hier jährlich 50.000 Autos produzieren. Der Aufschwung soll soziale Konflikte lindern. Damit gerät VW allerdings zwischen die Fronten eines ethnischen Konflikts.

Übernahmekarussell: Deutsche Wohnen kauft milliardenschweres Wohnungspaket

Deutsche Wohnen kauft milliardenschweres Wohnungspaket

Mit dem Kauf von fast 24.000 Wohnungen stemmt die Deutsche Wohnen als vierter Immobilienkonzern in diesem Jahr eine milliardenschwere Übernahme in Deutschland. Der Bestand des Konzern wächst damit um fast die Hälfte.

  • Video

Projekt Zukunft Wie die Dinosaurier-Forschung hilft, heutige Probleme zu lösen - ein Gespräch mit Oliver Wings

Ein Gespräch mit Dr. Oliver Wings, Dinosaurier-Forscher, Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung, über den Nutzen der Dino-Forschung für die moderne Wissenschaft

  • Business-Lounge
Business-Lounge: Die großen Auftritte der Entscheider

Die großen Auftritte der Entscheider

Premieren, Feste, Symposien oder Jubiläen – es gibt viele Anlässe, bei denen die Größen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft im Mittelpunkt stehen. Verfolgen Sie die Auftritte in Bildern.

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DEUTSCHLANDS ANZEIGENPORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Verkaufsangebote Verkaufsgesuche




 

.