Gläubiger stimmen zu
Q-Cells an Südkoreaner verkauft

Die Gläubigerversammlung hat über die Zukunft des früheren Weltmarktführers entscheiden: Q-Cells wird vom südkoreanischen Mischkonzern Hanwha übernommen.
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Dessau-Roßlau/Bitterfeld-WolfenMit dem ehemaligen Vorzeigeunternehmen Q-Cells fällt ein weiterer deutscher Solarkonzern in asiatische Hände: Die Gläubiger des insolventen Solarzellen- und Modulherstellers erteilten der südkoreanischen Hanwha -Gruppe am Mittwoch mit großer Mehrheit den Zuschlag, wie Insolvenzverwalter Henning Schorisch mitteilte. Das noch auf den letzten Drücker abgegebene Angebot des spanischen Wettbewerbers Isofoton schlugen sie aus. Die Q-Cells-Belegschaft kann nun größtenteils aufatmen: Hanwha will rund 1250 der insgesamt 1550 Mitarbeiter weiterbeschäftigen. Für das entlassene Personal soll eine Transfergesellschaft eingerichtet werden. Auch die Gläubiger können hoffen: Sie sollen im Schnitt mindestens 20 Prozent ihrer Forderungen erhalten.

"Zwar bedauere ich den Verlust von Arbeitsplätzen, doch freue mich sehr, dass Q-Cells mit Hanwha einen starken Partner gefunden hat, der über die nötigen Mittel verfügt, Unternehmen, Marke und Mitarbeitern wieder eine langfristige Perspektive zu geben", betonte Insolvenzverwalter Schorisch.

Hanwha und Schorisch hatten bereits am Wochenende einen Kaufvertrag unterzeichnet, der die Übernahme des ostdeutschen Forschungs- und Produktionsstandorts Bitterfeld und des Werks in Malaysia vorsieht. Zudem hat Hanwha zugesagt, Verbindlichkeiten der malaysischen Tochter von knapp 220 Millionen Euro zu übernehmen und 40 Millionen Euro in bar zu zahlen. Die Anleihe-Gläubiger will der Konzern allerdings nicht bedienen. Auch die Aktionäre werden leer ausgehen, wie Insolvenzverwalter Schorisch erneut betonte.

Die Hanwha-Gruppe gehört mit einem Umsatz von 31,6 Milliarden US-Dollar zu den größten Unternehmen Südkoreas. Das Solargeschäft ist in der an der Nasdaq notierten Hanwha SolarOne mit Sitz in Shanghai gebündelt, die beim Solarmodulbau bereits seit Jahren mit Q-Cells zusammenarbeitet.

Q-Cells hatte im April Insolvenz angemeldet, nachdem das Eigenkapital aufgezehrt war und eine fällige Anleihe über rund 200 Millionen Euro nicht bedient werden konnte. Zwei weitere Anleihen über insgesamt 375 Millionen Euro wären 2014 und 2015 fällig geworden.

Die mit Milliarden geförderte deutsche Solarbranche hat in den vergangenen Monaten infolge des erbitterten Preiskampfes mit den asiatischen Wettbewerben einen beispiellosen Niedergang erlebt. Rote Zahlen und Pleiten sind mittlerweile fast schon an der Tagesordnung. Der einstige Branchenpionier Solon musste im Dezember als erstes den Gang zum Amtsgericht antreten und wurde im Zuge der Insolvenz von der arabischen Microsol übernommen. Der chinesische Solarkonzern LDK schluckte im Frühjahr die Konstanzer Sunways, die chinesische Hanergy die Q-Cells-Tochter Solibro.
Bei Q-Cells hatte sich nach der Vertragsunterzeichnung mit Hanwha am Wochenende überraschend auch noch die spanische Isofoton als Käufer ins Spiel gebracht. Das deutlich kleinere Unternehmen warb mit Investitionen von 300 Millionen Euro um die Gunst der Gläubiger. Wie Reuters von einer mit der Angelegenheit vertrauten Person erfuhr, wollte Isofoton den deutschen Wettbewerber im Ganzen übernehmen - inklusive der Liquidität von über 100 Millionen Euro. Die Firma habe aber keine belastbare Finanzierung nachweisen können, sagte der Insider. Fragwürdig sei zudem das Ziel gewesen, bereits 2014 eine Rendite von 20 Prozent zu erwirtschaften.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Gläubiger stimmen zu: Q-Cells an Südkoreaner verkauft"

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  • Noch ist der Name "Q-Cells" auch wenn sich die Firma gerade verkauft hat. Aber in diesem Zusammenhang gesehen passt "Q-Sells" schon. Man darf es nur nicht auf ihre Produkte beziehen, denn da ist es mit "sells" nicht soweit her.

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