Gläubigertreffen: Q-Cells gewinnt noch einmal Zeit

Gläubigertreffen
Q-Cells gewinnt noch einmal Zeit

Der Solarkonzern Q-Cells hat die Zeichner einer 200-Millionen-Euro-Wandelanleihe aufgerufen, auf die fällige Rückzahlung vorerst zu verzichten. Die Gläubiger gewährten dem Unternehmen den Aufschub.
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Frankfurt/Bitterfeld-WolfenDie Gläubigerversammlung des angeschlagenen Solarkonzerns Q-Cells gewährt dem Unternehmen Zahlungsaufschub. Die Wandelschuldverschreibung, die ursprünglich am 28. Februar fällig geworden wäre, könne nun nach der Entscheidung bis zum 30. April 2012 gestundet werden, teilte das Unternehmen am Montagabend mit.

Der beschlossene Aufschub betreffe auch die Forderungen aus der von Q-Cells SE übernommenen Garantie für die Wandelanleihe. Das Unternehmen betrachte die Einigung als „wichtigen Meilenstein für die erfolgreiche Restrukturierung der Finanzverbindlichkeiten“, hieß es in der Mitteilung weiter. Es müssten aber noch weitere Schritte folgen. Q-Cells sei zuversichtlich, dass dies gelinge und rechne mit einer Umsetzung der Finanzrestrukturierung in der zweiten Hälfte dieses Jahres.

Zuvor hatte das Unternehmen erklärt, es könne trotz eines Liquiditätspolsters von mehr als 200 Millionen Euro nicht einmal einen größeren Teil der Anleihe zurückzahlen, weil sonst das laufende Geschäft nicht mehr finanziert werden könne.

Q-Cells hatte Anfang Februar mitgeteilt, man habe sich mit den wesentlichen Gläubigern auf einen Neustart geeinigt. Demnach sollen den Gläubigern künftig 95 Prozent des Unternehmens gehören. Einzelne Gläubiger lehnten das Vorhaben aber ab und pochten auf ihr Geld. Auf der Versammlung wurde auch das Szenario eines Insolvenzverfahrens und die daraus resultierenden Folgen für die Gläubiger vorgestellt. Die Zustimmungsquote habe bei der Entscheidung 80 Prozent betragen.

Q-Cells schreibt seit Jahren Verluste. Der Konzern hat mehr als die Hälfte seines Grundkapitals aufgezehrt. Auch im laufenden Geschäftsjahr erwartet das Unternehmen tiefrote Zahlen. Die im TecDax notierte Aktie hat massiv an Wert verloren und notierte am Montag fünf Prozent im Minus bei rund 30 Cent.

In der Solarbranche tobt infolge massiver Überkapazitäten ein Preiskampf. Verluste sind selbst bei den chinesischen Billiganbietern nicht mehr ungewöhnlich. Nach einigen Pleiten in den USA mussten in Deutschland Solarpionier Solon und der Kraftwerksentwickler Solar Millennium Insolvenz anmelden.

Wie Q-Cells ringt auch Conergy seit längerem ums Überleben. Selbst der deutsche Branchenprimus Solarworld hatte trotz Rekordnachfrage in Deutschland im vergangenen Jahr erstmals seit 2003 operativ einen Verlust eingefahren. Die Pläne der Bundesregierung zur Kürzung der Solarförderung setzen die Branche zusätzlich unter Druck.

Der Solarmodulhersteller First Solar schickt ab 1. März nahezu alle seiner 1200 Beschäftigten in Frankfurt/Oder in Kurzarbeit. „Wir wollen Angebot und Nachfrage in eine Balance bringen“, sagte ein Firmensprecher am Montag. Die Kurzarbeit sei für sechs Monate beantragt. In dieser Zeit werde die Arbeitszeit um 50 Prozent reduziert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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