GlaxoSmithKline
Arznei-Entwicklung wird aufgeräumt

Das zweite Quartal beendet GlaxoSmithKline zwar mit positiven Zahlen, die neue Chefin will aber höhere Gewinne erzielen. Dazu soll die Forschungsabteilung umstrukturiert werden. Ein Geschäftsbereich könnte wegfallen.
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LondonDie neue Chefin von GlaxoSmithKline, Emma Walmsley, will dem britischen Pharmakonzern zu höheren Gewinnen verhelfen. Dafür verordnet Walmsley der hauseigenen Arznei-Forschungsabteilung einen weitreichenden Umbau. So sollen Investitionen künftig verstärkt in besonders vielversprechende Bereiche wie die Bekämpfung von Atemwegs- und Infektionserkrankungen fließen, wie die Managerin am Mittwoch erklärte.

Im Fokus steht demnach auch die Forschung rund um den Aids-Erreger HIV sowie möglicherweise im Bereich Onkologie und entzündlicher Immunkrankheiten. Dagegen stellt Walmsley das Geschäft mit Medikamenten für seltene Krankheiten auf den Prüfstand und will GSK zudem aus mehr als 30 fortgeschrittenen Medikamenten-Entwicklungen herausziehen.

Walmsley ist seit April bei Großbritanniens größtem Pharmakonzern am Ruder und konnte am Mittwoch für das abgelaufene Quartal ein Umsatzplus von zwölf Prozent auf rund 8,1 Milliarden Euro (7,32 Milliarden Pfund) verkünden. Der bereinigte Betriebsgewinn stieg um 14 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro (2,1 Milliarden Pfund).

Glaxo will zudem trotz der geplanten Investitionen den Gürtel noch etwas enger schnallen und bis 2020 eine Milliarde Pfund mehr einsparen als bisher geplant. Davon abgesehen bekräftigte das Unternehmen den schon 2015 gegebenen Ausblick für 2020 und peilt auf Basis stabiler Währungskurse ein Umsatzplus im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich an. Der bereinigte Gewinn soll im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich wachsen.

GSK ist zudem an einer Übernahme des gemeinsam mit Novartis betriebenen Geschäfts für nicht-verschreibungspflichtige Medikamente interessiert. Der britische Pharmakonzern wäre erfreut, den restlichen Anteil zu übernehmen, sagte Firmenchefin Walmsley. Ob es dazu komme, hänge jedoch vom Verkaufswillen des Schweizer Pharmakonzerns ab. Im März kommenden Jahres läuft für Novartis eine Option aus, den 36,5-Prozent-Anteil an den Partner zu verkaufen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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