Gleichbehandlung

VW stellt Leiharbeiter besser

Zeitarbeiter bei VW sollen künftig dasselbe Gehalt erhalten wie die Stammbelegschaft. Das hat der Wolfsburger Konzern mit dem Betriebsrat ausgehandelt. Betriebsratschef Osterloh spricht von einem „Meilenstein“.
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Volkswagen-Mitarbeiter in Wolfsburg: Leiharbeiter und Stammbeschäftigte sollen in Zukunft ähnlich viel Gehalt bekommen. Quelle: dpa

Volkswagen-Mitarbeiter in Wolfsburg: Leiharbeiter und Stammbeschäftigte sollen in Zukunft ähnlich viel Gehalt bekommen.

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HamburgVolkswagen will die Bezahlung von Leiharbeitern weltweit an die der Stammbelegschaft heranführen. Dazu vereinbarte der Gesamtbetriebsrat mit dem Vorstand einen Stufenplan, wie der Wolfsburger Konzern am Freitag mitteilte. Details sollen in den einzelnen Tochtergesellschaften ausgehandelt werden. Als Richtgröße wurden ein Anteil von fünf Prozent Zeitarbeitern an der Gesamtbelegschaft festgelegt. Die Ziele soll einem Insider zufolge mittelfristig erreicht werden, also binnen drei bis fünf Jahren.

Bei VW sind derzeit rund um den Globus zwischen sieben und acht Prozent der Belegschaft Leiharbeitskräfte, die in der Regeln weniger verdienen als ihre fest angestellten Kollegen. Weltweit arbeiten etwa 550.000 Mitarbeiter in dem Konzern; allein in den sechs westdeutschen Werken sind es rund 100.000. In Deutschland hat Volkswagen die Bezahlung von Zeitarbeitern bereits an die der übrigen Beschäftigten angeglichen. Begleitet wird dies von Qualifizierungsangeboten. Im Frühjahr hatte VW zudem angekündigt, bis zum Jahresende etwa 3000 Leiharbeitskräfte fest anzustellen.

„Mit dieser Vereinbarung setzen wir erneut einen Meilenstein für die Gleichbehandlung von Arbeitnehmern“, betonte Betriebsratschef Bernd Osterloh. Zeitarbeiter seien keine Beschäftigten zweiter Klasse. Mit der Vereinbarung setze sich der Konzern für angemessene Beschäftigungs- und Entlohnungsbedingungen von Zeitarbeitnehmern ein, fügte Vorstandschef Martin Winterkorn hinzu.

IG-Metall-Chef Berthold Huber sagte, die neue Charta von VW trage dazu bei, dass die Zahl der Zeitarbeiter in einem angemessenen Verhältnis zur Stammbelegschaft stehe. Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite hätten vereinbart, Zeitarbeit nicht als Instrument zur Kostensenkung einzusetzen.

 
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9 Kommentare zu "Gleichbehandlung: VW bezahlt Leiharbeiter genauso gut wie Stammpersonal"

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  • "Leiharbeit ist doch gemäß den gesetzlichen Regelungen nur dann machbar, wenn man eine Auftragsspitze hat, die man alleine mit der Stammbelegschaft nicht abzubauen ist."
    ...wo leben Sie denn? Diesen alleinigen Zweck hat die Leiharbeit schon lang nicht mehr! Es gibt mittlerweile schon sehr viele namhafte Firmen, die einen Leiharbeiteranteil von teilweise weit über 50% haben, so wie mein AG auch. Um wirkliche Spitzen abzufangen, sind etwa 3-5% vonnöten. Ein Großteil von den Zeitarbeitern ist aber hier schon seit 5-8 Jahren dauerhaft beschäftigt. Man nennt das Kind dann zwar nicht "Arbeitnehmerüberlassung" sondern findet andere Bezeichnungen dafür, wie "Time & Material" und zahlt dann natürlich auch nur für Anwesenheit und Leistung. Wahr ist auch, dass die Zeitarbeitsfirmen etwa das doppelte des Nettostundenlohnes an den Auftraggeber weiterberechnen und dabei der AG etwa genausoviel (pro Stunde) ausgibt, wie für einen Festangestellen, natürlich abzüglich Krankheit, Urlaub, Weihnachts-/Urlaubsgeld und sonstiger Prämien.

  • Dieser Entscheidung,des VW Vorstandes und des Ausichtsrates muß man Respekt zollen.VW zeigt damit als eine der ersten Firmen ,das die Soziale Verantwortung,gegenüber jedem Arbeiter gegeben wird.
    Dies ist Werbewirksamer ,für die Entscheidung ein VW Produkt zu kaufen,als jegliche Werbekampagne.Jedoch sollte dies ,auch von der Presse/Marketing Abteilung,in Kundeninformationen dementsprechend Publiziert werden.Weitere Image Verbessernde Maßnahmen sollten folgen und da ist Kreativität und Weitsicht gefragt.Tradition verpflichtet und man könnte mit dieser ohne Probleme 150 Millionen Umsatz 2013 mehr machen.Z.b.Die ersten VW Busse wurden 1948 gebaut,als Transportfahrzeuge im Werk,1950 begann die Serienproduktion.Wenn man ,vor auslaufen der Produktion in Brasilien 6565 VW Busse ,T 2 ,zum 65 jährigen Jubiläum,als "Last Edition" nur für Europa auf den Markt bringen würde,wären diese innerhalb von wenigen Wochen,zum Preis von 22-25000 Euro vergriffen.Zweifarbig z.b. in Orange/weiß,Blau/weiß und letzterer in grün/weiß .Ersatzteilversorgung wäre kein Problem da man auf das Lager in Brasilien jederzeit zurückgreifen kann.

  • Dann haben Sie wohl einige Dinge übersehen, denn zum ersten sind bei der Leiharbeit im netto auch Zulagen enthalten und zum zweiten muß man sich einfach mal im Personalbüro informieren, wie man ein Netto höher schrauben kann (z.B. durch Lohnverzicht). Eine Übernahme abzulehnen ist wirklich nicht eine kluge Entscheidung; das wird sich sicherlich in naher Zukunft rächen.

    Es gibt genügend Beispiele, wo eine Lohnerhöhung tatsächlich zu mehr Abzug und somit zu weniger Netto führen, und man brutto auf ein wenig verzichtet und tatsächlich mehr netto in der Kasse ist. Da muß man einfach mal nachfragen; aber auf eine Übernahme verzichten?!

  • Seit wann zahlt man für Leiharbeiter als Arbeitgeber denn mehr? Wenn das tatsächlich so wäre wie Sie behaupten, müßte jeder Arbeitgeber der das tatsächlich macht, nicht alle beieinander haben! Statt Leiharbeit stellt man dann Mitarbeiter befristet ein für jeweils 6 Monate und gut ist das. Verlängert wird dann im gesetzlichen Rahmen und macht dann die Pausen groß genug, um eine Festanstellung zu verhindern - Punkt.
    Und was das Risiko für Krankheit und Urlaub angeht, haben Sie ja wohl völlig ins Klo gegriffen, um es nett zu formulieren; denn wäre dem so, ist eine Einstellung im jeweiligen Betrieb deutlich besser, weil ich den Zusatzposten für den verdienst des Verleihers gar nicht mehr habe, der gezahlte Stundenlohn also gar nicht mehr so hoch sein kann. Prüfen sie doch mal, was eine Arbeitsstunde tatsächlich kostet und fragen sich tief im inneren, warum man als Arbeitgeber wohl mehr zahlen sollte als man selbst zahlen müßte.

  • Freunde, was ist denn das für ein Unsinn?
    Leiharbeit ist doch gemäß den gesetzlichen Regelungen nur dann machbar, wenn man eine Auftragsspitze hat, die man alleine mit der Stammbelegschaft nicht abzubauen ist.
    Und nun will man bei VW einen festen Anteil an Leiharbeitern haben?

  • "Bei VW sind derzeit rund um den Globus zwischen sieben und acht Prozent der Belegschaft Leiharbeitskräfte, die in der Regeln weniger verdienen als ihre fest angestellten Kollegen."

    Sie verdienen nicht weniger, sie bekommen nur weniger ausgezahlt. Fakt ist, das Leiharbeiter den Arbeitgebern vom reinen Stundenlohn mehr kosten als fest Angestellte. Das Risiko für Krankheit und die Kosten für den bezahlten Urlaub der Leiharbeiter zahlt der Arbeitgeber ja mit und der Verleiher will auch noch etwas verdienen.

  • Ich habe ein Übernahmeangebot bei einer Stammfirma ablehnen müssen,da der Nettobetrag den die Zeitarbeit mir bezahlt höher ist als das Nettogehalt,das mir die Stammfirma geboten hat.... unglaublich aberleider wahr!

  • Ich finde, die Arbeiter aus Timbuktu müssen mehr verdienen, als ein deutscher Arbiter, denn er hat mehr Kinder zu ernähren.

  • Das kann man nur begrüßen.
    Aber:
    Leiharbeiter müssen mehr verdienen
    als die Stammbelegschaft. Denn Sie
    tragen ein höheres Risiko arbeitslos
    zu werden. Vorausgesetzt sie erbringen
    die gleiche Leistung.

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