Glencore und Xstrata: Fusion der Rohstoff-Riesen steht vor neuen Hürden

Glencore und Xstrata
Fusion der Rohstoff-Riesen steht vor neuen Hürden

Der einst verschwiegene Rohstoffhändler Glencore will mit dem Kauf des Bergbaukonzerns Xstrata die größte Übernahme des Jahres stemmen. Doch der Deal könnte an unzufriedenen Aktionären scheitern – mal wieder.
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DüsseldorfDie rund 32 Milliarden Dollar schwere Übernahme des Bergbaukonzerns Xstrata durch den Rohstoffhändler Glencore steht offenbar vor neuen Schwierigkeiten. In der nächsten Woche sollen die Xstrata-Aktionäre über das nachgebesserte Angebot von Glencore abstimmen. Doch das Abstimmungsverfahren ist äußerst kompliziert. Manager beider Konzerne fürchten laut „Wall Street Journal“, dass der ausgeklügelte Deal scheitert – obwohl die Anteilseigner grundsätzlich ihre Zustimmung signalisiert haben.

Die wohl größte Fusion des Jahres stand immer wieder auf der Kippe, seit der Schweizer Konzern im Februar die Offerte für den Bergbau-Riesen publik machte. Nach langen Verhandlungen hatte das Scheichtum Katar, das rund zwölf Prozent an Xstrata hält, seine Zustimmung zu einem Kompromiss signalisiert. Demnach erhöht Glencore das Tauschverhältnis der Aktien von 2,8 auf 3,05 Glencore-Anteile für jede Xstrata-Aktie.

Ein weiterer Streitpunkt waren die Boni für die Führungskräfte von Xstrata. Besonders britische Anteilseigner hatten die üppigen Boni und Abfindungen für die Xstrata-Führung kritisiert. Der Kompromiss: Der Vorstandschef des Bergbaukonzerns, Mick Davis, soll nun nach sechs Monaten statt erst nach drei Jahren das Unternehmen verlassen. Glencore-Chef Ivan Glasenberg soll dann die Führung von Xstrata übernehmen.

Doch die nun gefundene Lösung birgt dem „Wall Street Journal“ zufolge Schwierigkeiten. Demnach legt der Aufsichtsrat von Xstrata den Anteilseignern drei Vorlagen zur Abstimmung vor. Die erste Abstimmung erfolgt über den Zusammenschluss zusammen mit dem Bonus-Paket für das Management. Die zweite Vorlage umfasst nur die Fusion selbst. Die dritte Vorlage wiederum bezieht sich allein auf das Bonus-Paket, ohne die Fusion.

Dem Medienbericht zufolge ist unklar, ob die Aktionäre der Empfehlung des Verwaltungsrates folgen und sowohl für den ersten und den dritten Antrag stimmen werden. Informationen der Zeitung zufolge gibt es nach wie vor eine Reihe von größeren Aktionären, die zwar für die Fusion stimmen werden, jedoch die Bonus-Zahlungen an das Management ablehnen.

Die beiden ersten Abstimmungen erfordern eine Zustimmungsrate von 75 Prozent. Für den dritten Antrag reichen 50 Prozent Ja-Stimmen. Votieren die Aktionäre nur für die zweite Vorlage, wäre die Fusion in der geplanten Form geplatzt. Glencore hält zwar 34 Prozent an Xstrata, darf aber auf dem Aktionärstreffen nicht mit abstimmen.

Neben den Aktionären beider Unternehmen müssen auch die Kartellbehörden in verschiedenen Ländern den Zusammenschluss noch absegnen. Glasenberg bietet der EU-Kartellbehörde an, auf einen Teil des Zink-Geschäfts zu verzichten. Konkret soll die Vertriebsvereinbarung mit dem Produzenten Nyrstar in Belgien beendet werden. Xstrata ist ebenfalls stark im Zink-Markt engagiert. Durch die Fusion der Konzerne mit Sitz im Schweizer Kanton Zug entstünde ein Grundgüter-Gigant, der wie kein anderer Abbau, Handel, Transport und Lagerung von Rohstoffen abdeckt.

 

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