
BrüsselBrüssel hat den Zusammenschluss des Rohstoffriesen Glencore mit dem Bergbaukonzern Xstrata unter Auflagen genehmigt. Dies teilte die EU-Kommission am Donnerstag mit. Im Gegenzug muss Glencore die europäische Zusammenarbeit mit dem weltgrößten Zinkproduzenten Nyrstar deutlich zurückfahren.
Sonst hätte der neue Zusammenschluss zu viel Macht auf dem Markt für Zink gewonnen, mit starken Preisanstiegen als mögliche Folge. Bereits heute sei Xstrata der weltweit fünftgrößte Metall- und Bergbaukonzern. Glencore sei Marktführer beim Handel mit Metallen und Kraftwerkskohle.
Marc Rich wurde 1934 als Marcell David Reich in Antwerpen geboren. 1974 gründete Rich im schweizerischen Zug seine Firma „Rich & Co.“, aus der später der Rohstoffriese Glencore hervorgeht. Das Rohstoffunternehmen konzentriert sich zunächst auf den Handel mit Eisen, Nicht-Eisen-Metallen und Erdöl.
Im Jahr 1983 wurde Marc Rich in den USA wegen Steuerhinterziehung, Falschaussage und Handel mit dem Iran angeklagt. Zu einem Prozess kam es allerdings nicht, weil Rich bereits vor der Anklageerhebung auf seine amerikanische Staatsbürgerschaft verzichtete und sich in Spanien einbürgern ließ.
Indem Rich - trotz eines internationalen Embargos - das südafrikanische Apartheid-Regime zwischen 1979 und 1993 mit mehr als 400 Milliarden Barrel Öl belieferte, hielt er es an der Macht. Der Profit für Richs Firmen wird auf zwei Milliarden Dollar geschätzt.
Mit der Zeit war Rich als Firmenchef untragbar geworden. Er stand unter anderem jahrelang auf der Liste der „Most Wanted“ des FBI. 1993 verkaufte Rich den Großteil der Firma an seine Manager und wurde damit indirekt aus dem Unternehmen gedrängt.
1994 wurde die Firma vom neuen Management umbenannt. Seit dem firmiert der Rohstoffhändler unter dem Namen Glencore (Global Energy Commodity and Resources).
Bereits 1982 war das Unternehmen in die Agrarwirtschaft eingestiegen. Nach und nach wurden die Geschäftsfelder durch Akquisitionen in Produktion, Verarbeitung und Handel mit Aluminium, Aluminiomoxid, Bauxit, Eisenlegierungen, Nickel, Zink, Kupfer, Blei, Kohle, Öl und Agrarprodukten ausgeweitet.
Seit dem Ausscheiden von Marc Rich befand sich das Unternehmen im Besitz des Managements. Die zwölf Personen der obersten Führungsetage waren zugleich die größten Anteilseigner.
Im Mai 2011 fand der IPO von Glencore statt. Der Börsengang in London und Hongkong brachte dem Unternehmen bis zu zwölf Milliarden Dollar ein. Damit war der IPO der größte Börsengang des Jahres 2011 sowie der größte Börsengang der London Stock Exchange aller Zeiten.
Glencore hält unter anderem Anteile an dem australischen Bergbaukonzern Minara Resources (Nickel) und Century Aluminium aus den USA. Auch an Xstrata hielt Glencore jahrelang 34,5 Prozent. Seit 2007 ist Glencore auch mit dem russischen Aluminium-Konzern Rusal verwoben.
Dennoch können die Kartellwächter in China – größter Abnehmer für Rohstoffe auf der Welt – sowie in Australien und Südafrika die Verwirklichung des Plans noch verhindern oder zumindest lange Zeit auf Eis legen. Das Geschäft ist von der großen Nachfrage aus China und anderen Schwellenländern geprägt.
Glencore hatte schon Wochen vor der Abstimmung der Aktionäre Verhandlungen mit EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia aufgenommen und dabei offenkundig wichtige Bedenken gegen die Übernahme ausräumen können. Den Vorschlag, die Geschäftsbeziehungen zum Zinkhersteller Nyrstar aufzugeben, soll Glencore selbst unterbreitet haben.
Bislang hat Glencore die gesamte Produktionsmenge an Zink von Nyrstar abgenommen und weiterverkauft – rund 350.000 Tonnen, was etwa 15 Prozent des Jahresverbrauchs in Europa abdeckt. Zudem ist Glencore mit knapp 8 Prozent an dem schweizerisch-belgischen Unternehmen beteiligt. Die Anteile, die derzeit knapp 70 Millionen US-Dollar Wert sind, muss Glencore nun verkaufen.
Am Dienstag hatten die Aktionäre beider Unternehmen dem Kauf zugestimmt. Die Fusion hat ein Volumen von mehr als 30 Milliarden Dollar und ist damit der größte Zusammenschluss des Jahres. Der geplante Zusammenschluss der beiden in der Schweiz ansässigen und international tätigen Konzerne ist der größte in der Branche seit 2007.
Das Unternehmen Mercuria Energy Group rangiert auf dem fünften Platz der Rohstoffhändler. 2011 erzielte der Konzern mit Sitz in Genf einen Umsatz von 75 Milliarden Dollar.
Der Konzern Gunvor handelt mit Erdöl und Ölprodukten. Das Unternehmen erwirtschaftete 2011 einen Umsatz von 80 Milliarden Dollar.
Der niederländische Konzern Trafigura rangiert auf Platz drei unter den umsatzstärksten Rohstoffhändlern. Das Unternehmen mit Sitz in Amsterdam hat sich auf den Handel von Ölprodukten sowie Industriemetalle spezialisiert. Die Niederländer setzten 2011 122 Milliarden Dollar um.
Das zweitgrößte Unternehmen im Rohstoffgeschäft ist Glencore. Der einst verruchte Konzern mit Hauptsitz im Schweizer Konzern Zug erwirtschaftete 2011 einen Umsatz von 186 Milliarden Dollar. Das Unternehmen deckt nahezu den gesamten Grundgüterhandel von Industrie- und Edelmetallen über Agrargüter bis hin zu Öl, Gas und Strom ab.
Der größte Rohstoffhändler der Welt mit einem Umsatz von 297 Milliarden Dollar ist Vitol. Der Konzern mit Hauptsitzen in Rotterdam und Genf ist auf den Ölhandel spezialisiert. Zudem ist das Unternehmen im Erdgas-, Emissions-, Energie- und Biotreibstoffhandel aktiv.
Quelle: Bloomberg, Unternehmensangaben
Das Vorhaben stand lange unter anderem wegen Bedenken des Großaktionärs Katar vor dem Scheitern. Glencore hatte den Xstrata-Aktionären eigene Aktien im Verhältnis 3,05 zu 1 zum Tausch angeboten. Der Rohstoffhändler hatte damit im September ein anfängliches Angebot von 2,8 Aktien aufgebessert.

Naja, es geht ja wohl offensichtlich nicht um das Minengeschäft sondern um den Handel mit Zink. Xstrata besitzt selbst die größte Zinkhütte der Welt in Spanien und die letzte Zinkhütte Deutschlands befindet sich ebenfalls in den Assets der Xstrata. Zusammen wurde der Marktanteil von Glencore und Xstrata auf ca. 50 % des europäischen Gesamtbedarfs geschätzt. Reicht das?

Beide Unternehmen sitzen in der Schweiz, Kaum eine der Minen befindet sich in EU-Europa, offensichtlich auch die Mehrheitsaktionäre nicht. Soll mir ein Mensch erklären was da Brüssel mitzureden hat.
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