Glencore-Xstrata-Deal: Brüssel billigt Großfusion in der Rohstoffbranche

Glencore-Xstrata-Deal
Brüssel billigt Großfusion in der Rohstoffbranche

Die EU-Kommission segnet eine milliardenschwere Fusion ab: Der Schweizer Rohstoffhändler Glencore darf den Bergbaukonzern Xstrata übernehmen. Doch die Wettbewerbshüter stimmen dem Deal nur unter Auflagen zu.
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BrüsselBrüssel hat den Zusammenschluss des Rohstoffriesen Glencore mit dem Bergbaukonzern Xstrata unter Auflagen genehmigt. Dies teilte die EU-Kommission am Donnerstag mit. Im Gegenzug muss Glencore die europäische Zusammenarbeit mit dem weltgrößten Zinkproduzenten Nyrstar deutlich zurückfahren.

Sonst hätte der neue Zusammenschluss zu viel Macht auf dem Markt für Zink gewonnen, mit starken Preisanstiegen als mögliche Folge. Bereits heute sei Xstrata der weltweit fünftgrößte Metall- und Bergbaukonzern. Glencore sei Marktführer beim Handel mit Metallen und Kraftwerkskohle.

Dennoch können die Kartellwächter in China – größter Abnehmer für Rohstoffe auf der Welt – sowie in Australien und Südafrika die Verwirklichung des Plans noch verhindern oder zumindest lange Zeit auf Eis legen. Das Geschäft ist von der großen Nachfrage aus China und anderen Schwellenländern geprägt.

Glencore hatte schon Wochen vor der Abstimmung der Aktionäre Verhandlungen mit EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia aufgenommen und dabei offenkundig wichtige Bedenken gegen die Übernahme ausräumen können. Den Vorschlag, die Geschäftsbeziehungen zum Zinkhersteller Nyrstar aufzugeben, soll Glencore selbst unterbreitet haben.

Bislang hat Glencore die gesamte Produktionsmenge an Zink von Nyrstar abgenommen und weiterverkauft – rund 350.000 Tonnen, was etwa 15 Prozent des Jahresverbrauchs in Europa abdeckt. Zudem ist Glencore mit knapp 8 Prozent an dem schweizerisch-belgischen Unternehmen beteiligt. Die Anteile, die derzeit knapp 70 Millionen US-Dollar Wert sind, muss Glencore nun verkaufen.

Am Dienstag hatten die Aktionäre beider Unternehmen dem Kauf zugestimmt. Die Fusion hat ein Volumen von mehr als 30 Milliarden Dollar und ist damit der größte Zusammenschluss des Jahres. Der geplante Zusammenschluss der beiden in der Schweiz ansässigen und international tätigen Konzerne ist der größte in der Branche seit 2007.

Das Vorhaben stand lange unter anderem wegen Bedenken des Großaktionärs Katar vor dem Scheitern. Glencore hatte den Xstrata-Aktionären eigene Aktien im Verhältnis 3,05 zu 1 zum Tausch angeboten. Der Rohstoffhändler hatte damit im September ein anfängliches Angebot von 2,8 Aktien aufgebessert.

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Der erste voll integrierte Rohstoffriese entsteht

Kommentare zu "Brüssel billigt Großfusion in der Rohstoffbranche"

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  • Naja, es geht ja wohl offensichtlich nicht um das Minengeschäft sondern um den Handel mit Zink. Xstrata besitzt selbst die größte Zinkhütte der Welt in Spanien und die letzte Zinkhütte Deutschlands befindet sich ebenfalls in den Assets der Xstrata. Zusammen wurde der Marktanteil von Glencore und Xstrata auf ca. 50 % des europäischen Gesamtbedarfs geschätzt. Reicht das?

  • Beide Unternehmen sitzen in der Schweiz, Kaum eine der Minen befindet sich in EU-Europa, offensichtlich auch die Mehrheitsaktionäre nicht. Soll mir ein Mensch erklären was da Brüssel mitzureden hat.

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