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24.04.2008 

Auch auf dem größten Automarkt der Welt, Nordamerika, läuft das Rennen um Standorte und Stückzahlen - der drohenden Rezession zum Trotz. Toyota hat erst kürzlich den Grundstein für ein neues Werk in Mississippi gelegt, VW führt Gespräche vor Ort wegen einer neuen Fabrik. In den USA müssen die Deutschen ihre Schlagkraft ebenfalls deutlich erhöhen, um Toyota angreifen zu können. Mehr als eine Million abgesetzte Fahrzeuge bräuchte der Wolfsburger Konzern dort, um Toyota Paroli bieten zu können.

So sehr sich die Ziele der Konkurrenten ähneln, in der Herangehensweise an das Geschäft unterscheiden sich die von der Ingenieurskunst geprägten Wolfsburger erheblich vom fernöstlichen Toyota.

Die Japaner sind die Meister des Kaizen-Systems, das inzwischen Unternehmen auf der ganzen Welt zu kopieren versuchen, darunter auch VW und Porsche. Diese Kultur der kontinuierlichen Verbesserung lässt sich nicht nur an den Verkaufs- und Gewinnzahlen von Toyota ablesen, sondern prägt dessen Arbeitsweise von den Wurzeln an. VW hingegen setzt auf Heldentum und die Autorität des Einzelnen, im Gegensatz zum japanischen Teamgeist. Mächtige Autopatriarchen wie Ferdinand Piëch oder Wolfgang Porsche verkörpern den Wolfsburger Konzern.

Innerhalb der kommenden zehn Jahre will VW, das inzwischen vom Sportauto über den Kleinwagen bis hin zum LKW eine breite Automobilpalette anbietet, die Japaner einholen. Ob die Wolfsburger es schaffen, die komplementäre Aufteilung der Auto-Welt zu verändern und in die Hochburgen Toyotas einzudringen, wird sich nicht nur in Amerika zeigen, sondern vor allem in Ländern wie Indien, Russland und China.

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