Globales Ungleichgewicht in der grünen Gentechnik: Saatzüchter fürchten Haftungsrisiken

Globales Ungleichgewicht in der grünen Gentechnik
Saatzüchter fürchten Haftungsrisiken

Die geplante Gentechnik-Novelle soll formal den Weg frei machen für den Anbau genmodifizierter Pflanzen. Tatsächlich dürfte sie aber an dem globalen Ungleichgewicht auf dem Gebiet der grünen Gentechnik wenig ändern.

DÜSSELDORF/FRANKFURT/M. Die Deutsche Industrievereinigung Biotechnologie (DIB) zeigt sich skeptisch, ob der Vorstoß des Agrar- und Verbraucherministeriums das Aufbruchsignal bringt, auf das Pflanzenschutzhersteller und Saatzüchter hoffen. Noch habe man den Entwurf nicht gesehen, so DIB-Geschäftsführer Ricardo Gent. Doch bei den Äußerungen von Verbraucherministerin Künast müsse man fürchten, „dass die innovationsfeindliche Haltung fortgeschrieben wird.“

Das sehen auch die Pflanzenschutzhersteller so. „Dieser Schritt ist längst überfällig, damit auch Wissenschaft und Industrie in Deutschland die Chance haben, diese Technologie weiter zu entwickeln“, sagte Jochen Wulff, Vorstandschef der Bayer Crop Science AG. „Wir müssen nun sehen, ob mit dem Gesetz die Chancen gefördert oder verhindert werden.“ Auch der Konkurrent Monsanto ist „gespannt, was in dem Entwurf wirklich steht“. Und der Saatgutspezialist KWS betont, jetzt müsse Künast Taten folgen lassen.

Weltweit wurden 2002 auf knapp 60 Mill. Hektar so genannte GVO angebaut. Dabei dominieren Soja, Mais, Baumwolle und Raps, die gentechnisch gegen bestimmte Unkrautvernichter oder aber gegen ihre wichtigsten Schädlinge resistent gemacht wurden. Hauptanbaugebiet mit einem Anteil von zwei Dritteln der Gesamtfläche waren die USA, knapp ein Viertel entfiel auf Argentinien. Deutschland und andere europäische Länder spielen im kommerziellen Anbau kaum eine Rolle.

Hintergrund ist der politische und gesellschaftliche Widerstand gegen die grüne Gentechnik. Zwar wurden auf EU-Ebene in den 90er- Jahren insgesamt 18 genmodifizierte Pflanzensorten für den Anbau zugelassen – am stärksten liberalisiert ist dabei der Umgang mit Raps. Doch herrscht seit Oktober 1998 faktisch ein Zulassungsmoratorium.

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