GM-CEO
Henderson sucht neuen Opel-Chef

Nach der Kehrtwende beim Verkauf der Rüsselsheimer Tochter will der GM-Chef eine neue Führung in Europa installieren. John Smith gilt als Favorit für die Spitze. Doch Henderson selbst ist angeschlagen. Die seit Monaten verhandelten Opel-Pläne waren im Verwaltungsrat von Anfang an heftig umstritten.

DETROIT/FRANKFURT. Der Opel-Mutterkonzern General Motors sucht nach einem neuen Chef für das Europageschäft. Zwar hat Amtsinhaber Carl-Peter Forster offiziell noch nicht aufgegeben. Nach der Rolle rückwärts beim Opel-Verkauf gilt der Europa-Chef in Rüsselsheim nicht mehr als haltbar. Er werde „in den nächsten Wochen, wenn nicht Tagen“ ein neues Management-Team für Opel und die britische Schwestermarke Vauxhall bestimmen, sagte GM-Vorstandschef Frederick Henderson am Donnerstag. Nach Informationen aus Konzernkreisen wird der Amerikaner John Smith als Kandidat gehandelt, er war zuletzt GM-Verhandlungsführer für den früher geplanten Verkauf von Opel. Der Konzern sehe sich aber auch extern nach einem europäischen Manager um, hieß es.

In Rüsselsheimer Kreisen hält sich dabei pikanterweise der Name Herbert Demel. Der Magna-Manager sollte eigentlich unter der Ägide des Zulieferers die Rüsselsheimer führen. Im Umfeld des Magna-Managers wurden entsprechende Spekulationen jedoch zurückgewiesen.

Opel steuert damit im Schatten des Tauziehens mit GM auf ein Machtvakuum an der Spitze zu. Dass der bisherige Opel-Chef Hans Demant das Unternehmen nicht mehr führen wird, ist ausgemachte Sache. Kippt nun, wie selbst im Unternehmen allgemein erwartet wird, auch Europa-Präsident Forster, dürften der Tochter auch die letzten Einflussmöglichkeiten auf die Sanierungspläne der Mutter entschwinden. Ein Opel-Sprecher wies die Informationen als Spekulationen zurück. Eine Magna-Sprecherin sagte, es gebe keine Hinweise darauf, dass Demel das Unternehmen verlassen wolle. Demel selbst antwortete nicht auf eine entsprechende Anfrage.

Forster selbst rechnet offenbar nicht mehr mit einem Verbleib bei General Motors. „So ein plötzlicher Schwenk ist kaum nachzuvollziehen. (...) Ich hätte mir gewünscht, dass es zu einem ganz anderen Ergebnis kommt“, sagte der Opel-Manager am Mittwochabend bei einer Veranstaltung in Berlin. Über seine Zukunft hält er sich allerdings noch bedeckt: „Ich werde in Ruhe nachdenken“, sagte er. Insidern zufolge sollen Forster zwei Angebote aus der Autobranche vorliegen. Auch andere Opel-Manager sollen darüber nachdenken, das Unternehmen zu verlassen, heißt es.

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