GM-Chef Akerson bei Merkel
Ein Cowboy auf Friedensmission

General-Motors-Chef Dan Akerson trifft am Donnerstag die Kanzlerin und muss zerschlagenes Porzellan kitten: In der Krise bettelte der US-Autobauer um Hilfe für Opel – und blamierte Merkel nach langen Verhandlungen.
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DüsseldorfEs ist der 30. Mai 2009, vier Uhr morgens. In Berlin treten Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD), Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) und Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) vor die Presse. Opel ist gerettet! Mittags äußerst sich auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU): Zum Deal mit dem österreichischen Autozulieferer Magna habe es keine Alternative gegeben.

General Motors (GM) überträgt 65 Prozent der europäischen Tochter Opel an eine Treuhand. Bund und Länder stellen einen Kredit über 1,5 Milliarden Euro, Magna gibt 300 Millionen Euro Soforthilfe. Später soll Magna Opel ganz übernehmen. Alles scheint klar, die Kanzlerin strahlt.

Heute ist klar, dass die Rettungsaktion für Opel ein einziges Fiasko war. Dennoch empfängt Merkel am Donnerstag die GM-Führungsspitze um Chef Dan Akerson und Karl-Thomas Neumann, den neuen Vorstandsvorsitzenden der europäischen Tochter Opel. Die Vergangenheit ist längst passé, doch die Blamage wird die Kanzlerin nicht vergessen haben.

Der Automarkt und der Problemfall Opel

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Denn zwei Tage nach der mutmaßlich geglückten Opel-Rettung geht der US-Autobauer in die Insolvenz – und ein monatelanges Tauziehen beginnt. Denn die Abmachung besagt noch lange nicht, dass Opel auch komplett an Magna geht, so wie es die deutsche Politik gerne hätte. Nur für diese Lösung soll allerdings deutsches Rettungsgeld fließen. Und die Amerikaner fordern immer mehr. Im September will der Autobauer einen neuen Kredit über 4,5 Milliarden Euro von Deutschland.

Derweil schafft es GM mit 50 Milliarden Dollar US-Staatshilfe in Rekordzeit aus der Insolvenz – und will plötzlich sein europäisches Geschäft behalten. Doch bis die Entscheidung getroffen ist, vergehen Monate. Am 3. November 2009 schließlich ruft der damalige GM-Boss Fritz Henderson Angela Merkel an. „GM will keep Opel“, sagt Henderson. Die Bundeskanzlerin und mit ihr eine ganze Riege von Regierungs- und Landespolitikern sind blamiert.

Dan Akerson will nun die Vergangenheit vergessen machen. Der Manager ist seit September 2010 an der Spitze von General Motors und hat das Unternehmen zurück an die Börse gebracht. In den USA ist der Absatz wieder richtig in Schwung gekommen: Im vergangenen Jahr hat GM weltweit 9,3 Millionen Autos verkauft. Dem Autobauer geht es wieder gut. Nur das Europageschäft steckt weiter in der Krise. Die Adam Opel AG kommt nicht aus dem Gerede, die Diskussionen um das Traditionsunternehmen sind in den letzten Jahren kaum abgeebbt.

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Ein Milliardengeschenk zur Versöhnung

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  • Tja, VW-, BMW- o.ä. -Fans haben halt keine andere Meinung.

  • Stimmt jetzt wollen sie der "Weltauto"-Konzern werden und die ganze Welt soll... He Moment, war das nicht - oder sind sie etwa, ach egal.
    Und wieso ist Opel größenwahnsinnig wenn GM in Europa bei Opel investieren möchte und die Modelle - laut Akerson wenn sinnvoll - endlich ausserhalb Europas verkauft werden dürfen? Mag sein das es einen gibt - aber ich kann den Haken für den Industriestandort Deutschland daran momentan nicht erkennen.

  • Bei Opel ist wieder einmal der Größenwahnsinn zu spüren!

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