GM-Chef prinzipiell nicht gegen Allianz
Kartellamt nimmt GM und Renault ins Visier

Die Automobilkonzerne General Motors (GM), Renault und Nissan gehen möglicherweise eine Allianz ein. Die Pläne haben jetzt auch Deutschlands Kartellwächter alarmiert. Noch ist jedoch keine Voranfrage bei den Wettbewerbshütern eingegangen.

HB BONN. Eine Sprecherin des Bundeskartellamtes sagte am Mittwoch in Bonn, die Wettbewerbsbehörde werde sich eine solche Verbindung sicher genau ansehen. Sie bestätigte damit einen Bericht des Handelsblatts. Zwar wäre für einen derartigen internationalen Zusammenschluss eigentlich in erster Linie die europäische Kartellbehörde in Brüssel zuständig. Doch liegt die angedachte 20-prozentige Beteiligung von Renault und Nissan an GM unterhalb der Schwelle, die den Brüsseler Wettbewerbshütern ein Eingreifen ermöglicht, da hier formal kein Kontrollerwerb vorliegt.

Das Bundeskartellamt kann dagegen auch bei Anteilskäufen unter 25 Prozent aktiv werden, wenn der Verdacht besteht, dass sich daraus ein ein „wettbewerbsrechtlich erheblicher Einfluss“ ergibt. „Wir müssen prüfen, ob hier eine marktbeherrschende Stellung entsteht oder verstärkt würde“, sagte die Sprecherin. Eine Voranfrage oder gar eine Anmeldung des Zusammenschlusse liegt beim Bundeskartellamt noch nicht vor.

GM, Renault und Nissan wollen Ende der Woche ihre Verhandlungen über eine mögliche globale Allianz aufnehmen. Bei einem Zusammengehen der drei Autohersteller entstünde der mit Abstand größte Produzent der Welt mit einem Absatz von knapp 15 Mill. Autos und einem Marktanteil von etwa 25 Prozent. In Deutschland läge der Marktanteil bei etwa 18 Prozent. Damit wäre die Allianz neuer Marktführer in Deutschland.

GM-Chef Wagoner prinzipiell nicht gegen Allianz

Wenige Tage vor dem geplanten Spitzengespräch mit Renault-Nissan über eine geplante Allianz hat sich unterdessen der Vorstandsvorsitzende von General Motors (GM), Rick Wagoner, zurückhaltend geäußert. Wagoner sagte in einem Interview des Nachrichtensenders CNBC, er sei prinzipiell nicht gegen eine engere Partnerschaft mit dem Konkurrenten. Es gebe aber derzeit noch zu wenig Details, um das ganze Projekt korrekt einzuschätzen. Er freue sich jedoch auf das Gespräch mit Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn, sagte Wagoner.

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