GM darf im dritten Quartal auf Rückenwind aus Europa hoffen
Druck auf US-Autobauer steigt

Auf die amerikanischen Automanager kommt bis zum Jahresende noch viel Arbeit zu: Um ihre Ergebnisprognosen für 2003 zu erreichen, müssen General Motors, Ford und Chrysler deutliche Fortschritte machen – vor allem bei den Sparbemühungen. Das dritte Quartal könnte nach Meinung von Analysten zwar bereits eine Besserung zeigen. Sie werde allerdings nicht ausreichen. Heute veröffentlicht GM seine Zahlen für das dritte Quartal, morgen folgt Ford.

hof FRANKFURT/M. Unterstützung aus Europa kann von den zwei weltgrößten Autokonzernen nur General Motors erwarten. Die GM-Marken Opel und Saab legten nach Zahlen des europäischen Herstellerverbandes Acea im September beim Absatz in Westeuropa 4,1 % zu, die Ford-Marken gaben bis auf Jaguar im PKW-Segment deutlich nach. Gewinner waren dagegen die Japaner (plus 10,7 %) und Koreaner (plus 17,5 %), auch Mercedes und der BMW-Ableger Mini konnten Boden gut machen. Also genau die Unternehmen, die den US-Herstellern auch auf dem Heimatmarkt das Leben schwer machen.

Dort kämpfen vor allem die einheimischen Anbieter mit dem Zwang zu hohen Rabatten, die die Margen im zweiten Quartal deutlich schrumpfen ließen. Die Nachfrage hat sich zuletzt zwar stabilisiert, doch hinken die Verkäufe immer noch hinter den Vorjahreszahlen her. Zusätzlich haben die amerikanischen Marken weiter Marktanteile eingebüßt. Nach Meinung der Autoexperten von Credit Suisse First Boston können die US-Anbieter auch auf absehbare Zeit nicht darauf hoffen, ihre Ergebnislage durch Absatzerfolge deutlich zu verbessern: „Die Erholung muss durch höhere Preise kommen.“

Doch bei den Preisen ist bislang kaum mit einer Entspannung zu rechnen. Die Rabatte und günstigen Finanzierungsofferten sind zwar zuletzt leicht zurückgegangen, lagen in den ersten neun Monaten des Jahres mit durchschnittlich 4 200 Dollar aber noch gut ein Viertel über dem Niveau des Jahres 2002. Nach Meinung der Autoexperten der WestLB resultieren die Rabatte aus dem Grundproblem der US-Autobauer: Viel zu hohen Kapazitäten. Ihretwegen seien notwendige Effizienzsteigerungen nur mittelfristig zu realisieren, glauben die Analysten. Lediglich Ford habe konkrete Schritte eingeleitet.

Für die Ergebnisse des 3. Quartals werde daher entscheidend sein, ob es gelungen ist, andere Kosten wie beispielsweise Einkaufspreise zu reduzieren. Nur leichte Hilfe könnten GM und Ford auch von einem besseren Modell-Mix in den USA erhalten haben, glaubt Georg Stürzer, Autoexperte der Hypovereinsbank. Denn allein im September stieg der Absatz leichter Trucks wie Geländeautos und Pick-ups um 13 %. Doch auch in diesem margenträchtigen Segment ist die Konkurrenz den US-Autobauern auf den Fersen.

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