GM-Druck auf Reilly
Opel will Restrukturierungsplan übertreffen

Opel-Chef Nick Reilly will den in der Sanierung befindlichen Autobauer schneller durch die Restrukturierung führen, als bisher angedacht. Demnach sollen nicht erst im Jahr 2012 wieder Gewinne eingefahren werden. Reilly sitzt dabei offenbar die Konzernmutter GM im Nacken.
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HB DÜSSELDORF. Der angeschlagene Autohersteller Opel will schneller als geplant aus der Krise kommen. „Ich habe natürlich den Ehrgeiz, besser zu sein als der Plan es vorsieht“, sagte Opel-Chef Nick Reilly dem Handelsblatt. Bisher sehe der Sanierungsplan für das kommende Jahr noch Verluste und ab 2012 wieder Gewinne vor. Doch Reilly will diese Erwartungen möglichst übertreffen. Um das zu schaffen, wirft Reilly nun auch sein persönliches Schicksal in die Waagschale. „Natürlich muß man sich an seinen Worten messen lassen“, sagte der 60-Jährige und stellt damit erstmals auch eine Verbindung zwischen erfolgreicher Sanierung und seiner persönlichen Karriere her. Für die Mitarbeiter werde es aber keine neuen negativen Überraschungen geben. „Es bleibt beim Stellenabbau von rund 8000 Mitarbeitern in Europa“, betonte Reilly.

Der Druck aus der Konzernzentrale des Opel-Mutterkonzerns General Motors in Detroit ist offensichtlich groß. „Selbstverständlich erwartet der Mutterkonzern, dass wir Resultate vorlegen“, betonte Reilly. „Wir müssen zeigen, dass die Grundlage unseres Geschäftsplans funktioniert – und das möglichst bald.“ Reilly drückt damit bei der Restrukturierung aufs Tempo und sendet so ein erstes wichtiges Signal in Richtung des neuen GM-Chefs Dan Akerson, der am 1. September den Chefsessel übernimmt.

Der Opel-Mutterkonzern strebt unter der Führung von Akerson wieder an die Börse. Schon im August reichte das Unternehmen seinen Antrag für ein Listing in New York und Toronto ein. Das Volumen steht noch nicht fest. Wenn es wie von Experten erwartet bei bis zu 16 Milliarden Dollar liegt, würde der GM-Börsengang aber einer der größten weltweit werden. Im gesättigten europäischen Markt setzten Opel und die britische Schwester Vauxhall im ersten Halbjahr mit rund 536 000 Fahrzeugen 4,5 Prozent weniger ab als 2009. Der Verlust summierte sich auf 637 Millionen Dollar (501 Mio Euro). Auch im Gesamtjahr wird der Hersteller voraussichtlich noch rote Zahlen schreiben.

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