GM-Entschädigungsfonds
In einer Woche 63 Anträge wegen tödlicher Unfälle

Seit einer Woche nimmt der Entschädigungsfonds von General Motors Anträge entgegen: 63 gingen bereits ein. Unterdessen geht die Pannenserie weiter. Der US-Autobauer ruft erneut 300 000 Autos in die Werkstätten zurück.
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New YorkIm Zusammenhang mit tödlichen Unfällen wegen defekter Zündschlösser sind beim Entschädigungsfonds von US-Autobauer General Motors innerhalb einer Woche 63 Anträge von Hinterbliebenen eingegangen. Eine Sprecherin des Fonds erklärte, zudem habe man bis Freitagnachmittag 62 Anträge erhalten, in denen Entschädigungen für Verletzungen beantragt worden seien. Nun müsse die Rechtmäßigkeit der Anträge geprüft werden. Der Fonds nimmt seit dem 1. August Anträge entgegen.

Die Rückrufwelle geht unterdessen weiter: Erneut rief das Unternehmen mehr als 300.000 Fahrzeuge wegen diverser technischer Mängel in die Werkstätten zurück. Bei 215.000 Autos des Modells Saturn VUE bestehe die Gefahr, dass der Zündschlüssel herausgezogen werden könne, obwohl er nicht in der Aus-Position stehe, teilte GM am Freitag mit. Mit dem Defekt werden demnach zwei Unfälle mit einem Verletzten in Verbindung gebracht. Die übrigen Rückrufe betreffen Fahrzeuge, bei denen unter anderem Probleme mit dem Sicherheitsgurt und der Bremsflüssigkeit festgestellt wurden.

Der größte US-Autobauer wird seit Monaten von einer Rückrufwelle erschüttert. Weltweit musste GM seit Jahresbeginn mehr als 29 Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten holen - ein Rekord in der Branche. Besonders betroffen ist der nordamerikanische Markt. Im Mittelpunkt der Qualitätsmängel steht der Skandal um den verspäteten Rückruf von 2,6 Millionen Fahrzeugen mit defekten Zündschlössern, die während der Fahrt in die Aus-Position springen und so neben dem Motor auch die Elektronik ausschalten können.

GM hat bislang 16,5 Millionen Fahrzeuge wegen fehlerhafter Zündschlösser zurückgerufen. Bei mindestens 2,6 Millionen Kleinwagen konnte sich die Zündung während der Fahrt ausschalten und das Auto manövrierunfähig machen. Das Unternehmen hat eingeräumt, mehr als ein Jahrzehnt von den Problemen gewusst zu haben. Aber erst in diesem Jahr wurde mit den Rückrufen begonnen.

Mit dem Konstruktionsfehler bringt GM Unfälle mit mindestens 13 Toten in Verbindung. Verbraucherschützer vermuten deutlich höhere Opferzahlen. General Motors wird vorgeworfen, die Lösung des Problems verschleppt zu haben. Offenbar hatten Ingenieure bereits seit dem Jahr 2001 Kenntnis von den defekten Zündschlössern. Dem Unternehmen drohen Entschädigungszahlungen in Milliardenhöhe.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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Associated Press / Nachrichtenagentur

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