GM-Offensive in Europa
Girsky macht Opel neuen Mut

Mutterkonzern GM erteilt einer Opel-Fusion mit Peugeot eine Absage und setzt auf einen neuen Zehn-Jahres-Plan für Europa, um dort wieder schwarze Zahlen zu schreiben. Rasche Erfolge sind aber nicht in Sicht.
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EisenachDie Ansage ist unmissverständlich. GM-Vizeboss und Opel-Aufsichtsratschef Stephen Girsky braucht nur einen Satz, um die Planspiele für eine Opel-Übernahme durch den französischen Hersteller Peugeot-Citroen platzen zu lassen. „Opel steht nicht zum Verkauf“, sagte Girsky am Rande einer Firmenveranstaltung in Eisenach. Das GM-Board stehe zur defizitären Tochter. „Wir planen langfristig mit Opel.“ Laut französischen Medienberichten drängt die französische Regierung den angeschlagenen Autohersteller Peugeot-Citroën (PSA), den ebenfalls kriselnden Konkurrenten Opel zu übernehmen.

Girsky, der in Eisenach demonstrativ einen brauen Sweater mit schwarzem Opel-Logo trägt, will davon nichts wissen. Er ist überzeugt, dass es GM gelingen wird, die Rüsselsheimer Tochter nicht nur profitabel, sondern auch wieder erfolgreich zu machen. Ein neuer Zehn-Jahresplan namens Drive 2022 soll nun die Wende bringen. Doch auf rasche Erfolge hofft Girsky nicht. Erst Mitte des Jahrzehnts peilt der Topmanager wieder eine Rückkehr in die Gewinnzone an.

Der Konzern hat in den vergangenen Jahren schon oft seine Zukunft neu geplant, skizziert und diskutiert. Schon Anfang 2010 – der Verkauf an den Zulieferer Magna war gerade gescheitert - ließ Opel wissen, dass der damalige Opel-Boss Nick Reilly einen „umfassenden Zukunftsplan“ vorstelle. Im Mai 2012 kündigte dann der Nachfolger Karl-Friedrich Stracke einen „Deutschland-Plan zur Stärkung von Opel“ an. Es ist die Chronik einer glücklosen Sanierung: Tausende Jobs fielen seitdem weg, doch das Unternehmen drehte sich immer nur im Kreis. Der Absatz ging weiter zurück  - und aus Verlusten wurden weiterhin keine Gewinne.

Doch Drive 2022 soll nun anders sein. „Die früheren Pläne basierten auf teilweise viel zu optimistischen Annahmen“, räumte Girsky ein. Das ist nun nicht mehr der Fall. „Wir planen jetzt konservativ.“ Die Marke wieder aufpoliert und die Fixkosten bis Mitte des Jahrzehnts um 500 Millionen Dollar reduziert werden, lautet die Vorgabe. 

Was das heißt, bekam das Werk in Bochum bereits zu spüren. Mitte Dezember hatte das Management angekündigt, das Werk mit mehr als 3000 Beschäftigten 2016 zu schließen. Der neue Opel-Werksplan, der sich nun abzeichnet, baut nur noch auf zwei Produktionswerken in Deutschland auf: das Stammwerk Rüsselsheim sowie Eisenach, wo Opel gestern offiziell den Startschuss für die Serienfertigung des neuen Kleinstwagens Adam fiel. Opel-Eisenach-Betriebsrat Harald Lieske rechnet nach gegenwärtigem Stand mit einer Auslastung des Werks zu zwei Dritteln. Damit liefen zwischen 120.000 und 130.000 Autos pro Jahr in Thüringen vom Band.

Das Stammwerk in Rüsselsheim, wo derzeit noch das Mittelklasse-Modell Insignia und der Kompaktwagen Astra vom Band laufen, soll nach Vorstellungen von Opel-Interimschef Thomas Sedran mittelfristig sogar mit drei Schichten voll ausgelastet werden. Überlegungen, dafür die Mittelklasse von PSA ebenfalls auf dem Opel-Band zu bauen, sind allerdings vom Tisch.

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„Wir verkaufen ein Auto - keinen Deal“

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  • So, mit diesem Bericht kann die Akte Opel also vorerst geschlossen werden: GM verkauft nicht und erst einmal sind keine weiteren Werksschließungen geplant.
    Stürzen wir uns nun also auf andere Problemkinder: Was ist eigentlich mit Mercedes?

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