GM/Opel
Hessen lässt Chinesen bei Opel abblitzen

Der chinesische Autohersteller BAIC stößt beim Werben um Opel in Hessen auf Widerstand. Der hessische Wirtschaftsminister sagte dem Handelsblatt, dass das Konzept der Chinesen Opel keine eigenständige Perspektive biete. BAIC weht in den Ländern ein eisiger Wind ins Gesicht.

FRANKFURT. Im Bieterwettbewerb um Opel stößt der chinesische Hersteller BAIC mit seiner neuen Offerte unter den Landesregierungen auf wachsende Skepsis. "Mit BAIC habe ich als Investor für Opel ein Problem, weil die Chinesen Opel keine eigenständige Perspektive bieten", sagte der hessische Wirtschaftsminister Dieter Posch dem Handelsblatt (Freitagsausgabe). "Damit erfüllt das Konzept der Chinesen nicht die Voraussetzungen, die wir an einen neuen Investor gestellt haben." Nach Thüringen geht damit ein weiteres wichtiges Bundesland mit Opel-Standorten auf Distanz zu der neuen Offerte der Chinesen. Hessen trägt allein mit 474 Millionen Euro zum staatlichen Überbrückungskredit von 1,5 Milliarden Euro an Opel bei und ist damit eine gewichtige Säule im Rettungskonzept für den Autobauer.

In der Endphase der Investorensuche für Opel bahnt sich damit ein neuerlicher politischer Streit um das Bieterverfahren an. Denn der CDU-Wirtschaftsflügel forderte die Bundesregierung angesichts der BAIC-Offerte bereits zu einem Neuanfang auf und verlangt, sich nicht auf Magna festzulegen. Ende Mai hatten sich der österreichisch-kanadische Zuliefererkonzern und der Opel-Mutterkonzern in einer dramatischen Nachtsitzung im Bundeskanzleramt zwar darauf verständigt, dass der Zulieferer mit seinen russischen Partnern künftig die Mehrheit an Opel übernehmen soll. Aber das Papier ist bisher nur eine rechtlich unverbindliche Absichtserklärung. So verhandelt GM neben Magna auch weiter mit dem Finanzinvestor RHJ und dem chinesischen Autobauer BAIC, der vergangene Woche eine neue Offerte vorgelegt hatte.

Posch sieht allerdings auch beim Magna-Konsortium noch Klärungsbedarf. "Auf Seiten der russischen Partner ist noch mehr als nur eine Frage derzeit offen", sagte der Minister. "Wir halten es für dringend klärungsbedürftig, wer künftig denn eigentlich der russische Kooperationspartner von Opel sein wird." Die Sberbank hatte bereits klar gemacht, dass es ihre Anteile an einen russischen Autobauer weiterreichen wolle, aber neben GAZ zuletzt auch den Lada-Hersteller Avtovaz dafür ins Spiel gebracht. Auch Posch warnte deshalb vor Vorfestlegungen. "Ich warne davor, das Bieterverfahren für Opel eilig für beendet zu erklären", sagte er.

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