GM/Opel
Opel: Merkel ist standfest – und Fiat bereit

Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht ein Machtwort - oder versucht es zumindest. Die Kanzlerin will von einem Verbleib des deutschen Autobauers unter dem Dach der Konzernmutter General Motors nichts wissen. Und während Merkel noch die Linie der Bundesregierung verteidigt, pirscht sich ein alter Bekannter leise an Opel wieder heran.

HB RÜSSELSHEIM. Der deutsche Autobauer Opel bleibt nach Ansicht der Bundesregierung keinesfalls unter dem Dach des US-Konzerns General Motors (GM). "Eine solche Lösung ist uns überhaupt noch nie vorgeschlagen worden", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch dem Sender N24. Dafür werde es auch keine Staatshilfe geben. "Was hier in Europa finanziert wird, das muss auch in Europa bleiben." Bund und Länder hätten sich für das Magna-Konzept entschieden, darüber werde mit der GM weiter verhandelt. Der Opel - Betriebsrat legte derweil Pläne für Protestaktionen gegen die frühere Opel-Mutter auf Eis.

In Italien tauchten Gerüchte auf, Fiat könnte ein neues Angebot für Opel vorlegen. Der italienische Fiat-Konzern könnte laut einem Bericht der römischen Zeitung "La Repubblica" weiterhin an Opel interessiert sein. Allen Beteuerungen von Fiat-Chef Sergio Marchionne zum Trotz, für das Unternehmen sei das Kapitel Opel mit der deutschen Präferenz für Magna abgeschlossen, stehe Turin bereit, "das Dossier wieder zu öffnen", schrieb das Blatt am Mittwoch. Zwar verweigere die Fiat-Spitze jeden Kommentar, es habe jedoch trotzdem "einige Indiskretionen" gegeben.

Auf Anfrage des Handelsblatts hieß es in Fiat-Kreisen: "Unsere Position ändert sich nicht" und "wir haben eine Offerte gemacht und bei der bleibt es". Auch in der Vergangenheit hatte Fiat mehrfach betont, dass das Unternehmen grundsätzlich weiterhin an Fiat interessiert sei, sein Angebot jedoch nicht nachbessern werde.

Verwiesen wird unter anderem darauf, dass Fiat mit seinem Opel-Konzept einen Industrieplan verfolgt habe, während die Konkurrenten ihren Schwerpunkt auf die finanziellen und kommerziellen Aspekte gelegt hätten. Die Fiat-Führung hatte davon gesprochen, die Allianz mit Chrysler zu erweitern und eine Gruppe zu bilden, die mehr als sechs Millionen Fahrzeuge jährlich von den Bändern laufen lässt. Jetzt warte Fiat die Entwicklung um Opel ab, schrieb "La Repubblica".

Die Regierung lasse sich nicht unter Zeitdruck setzen, betonte Kanzlerin Merkel indes. Deutsche Interessen seien wichtiger als Schnelligkeit. "Und wenn jetzt noch Fragen zu klären sind, dann werden wir sie klären." Am Freitag soll es neue Gespräche mit den Amerikanern geben, die auch mit Magna weiterverhandeln. Die Kanzlerin hofft, dass man spätestens bis zur nächsten Sitzung des GM-Verwaltungsrats am 8./9. September weiter sei.

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