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GM-Pläne: Auf Opelaner kommen massive Einschnitte zu

Nach der überraschenden Wende im Fall Opel werden allmählich die Zukunftspläne von General Motors (GM) für die europäische Tochter konkreter. Der Detroiter Konzern arbeitet an einem Sanierungsplan, der wohl auch für die deutschen Werke schmerzhaft werden wird. Die Opelaner sehen bereits eine akute Gefährdung ihrer Arbeitsplätze und warnen vor Erpressung.

Opel drohen mit dem Verbleib bei GM tiefe Einschnitte. Quelle: ap
Opel drohen mit dem Verbleib bei GM tiefe Einschnitte. Quelle: ap

Nur einen Tag nach der Absage des Verkaufs bereitet General Motors (GM) seine europäische Tochter Opel auf eine harte Sanierung vor. GM-Verhandlungsführer John Smith sagte am Mittwoch Abend in einer Telefonkonferenz, der neue GM-Sanierungsplan sehe den Abbau von annähernd 10 000 Stellen in Europa vor. Auch unter GM-Regie werde das belgische Werk Antwerpen voraussichtlich geschlossen. Der US-Konzern sei aber bereit, seinen ursprünglichen Plan anzupassen, der die Schließung von bis zu drei Werken vorsah. So habe GM einen „sehr interessanten Vorschlag“ für die Fertigungsstätte Bochum zu machen, sagte Smith. Details wollte er nicht nennen.

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Die Arbeitnehmervertreter sehen auch die Opel-Standorte Bochum und Kaiserslautern „akut gefährdet“. „Die Entscheidung wird wie ein Tornado durch die europäischen Standorte fegen“, sagte ein Insider. Nach bisherigen Plänen will GM die Strukturkosten bei Opel um 30 Prozent reduzieren.

Der US-Konzern hatte in der Nacht zum Mittwoch überraschend den geplanten Verkauf an den kanadisch-österreichischen Zulieferer Magna abgesagt und sich für einen Verbleib von Opel unter dem Konzerndach entschieden. Der Autobauer brüskiert damit die Opel-Arbeitnehmer, weite Teile des europäischen Managements und die Bundesregierung, die sich für einen Eignerwechsel starkgemacht hatten. „Das Verhalten von GM gegenüber Deutschland ist völlig inakzeptabel“, schimpfte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP). „Der nächste Schritt von General Motors wird sein, Regierungen und Beschäftigte in Europa zu erpressen, um das bekannte, nicht tragfähige GM-Konzept zu finanzieren“, warnte Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz. Für Donnerstag haben die Opel-Arbeitnehmer zu Warnstreiks aufgerufen.

GM hat die Betriebsräte vor den Gefahren ihres Widerstands gegen eine Sanierung unter der Regie des Mutterkonzerns gewarnt. „Wenn wir uns nicht auf die nötige Restrukturierung einigen können, hätte dies die Opel-Insolvenz zur Folge“, mahnte GM Europe am Mittwoch.

Im Ringen um die Zukunft von Opel zeigt GM nicht nur Härte im Umgang mit den Arbeitnehmervertretern. Auch gegenüber der Bundesregierung demonstrieren die Amerikaner Selbstbewusstsein. Der Konzern sei bereit, die noch ausstehenden 900 Mio. Euro aus dem Brückenkredit von 1,5 Mrd. Euro zurückzuzahlen, wenn dies gefordert werde, sagte eine GM-Sprecherin.

Das GM-Konzept für den Umbau von Opel dürfte Bundeskanzlerin Angela Merkel bereits in wenigen Tagen in den Händen halten. GM-Manager Smith sagte, er hoffe im ersten Quartal nächsten Jahres einen fertigen Restrukturierungsplan vorlegen zu können, der sowohl die Zustimmung der Belegschaft als auch der europäischen Regierungen findet. Polen, Großbritannien und Spanien hätten bereits Unterstützung signalisiert.

Im Gegenzug hofft GM auf Hilfen der Länder, in denen die europäischen Standorte liegen. Insgesamt strebt GM für die Sanierung rund drei Mrd. Euro Staatshilfe an. Die Bundesregierung will erst dann weitere Unterstützungen für Opel prüfen, wenn GM das neue Konzept vorlegt.

Ohne staatliche Hilfen wird es für GM bei der Sanierung von Opel eng. Denn der Konzern muss möglicherweise schon in den kommenden Wochen zusätzlich zu der Ablösung des Überbrückungskredits weitere Milliardenlasten stemmen.

  • 05.11.2009, 08:09 UhrAnonymer Benutzer: M.Sorg

    "Auf Opelaner kommen massive Einschnitte zu".
    Ach!? Die massivsten Marken-Einschnitte musste Opel, durch Jahrzehnte hindurch, und durch unbeholfenes Getrampel der GM-Dinosaurier, lange zuvor hinnehmen. GM hat i.d. Vergangenheit Opel nie die Chancen und Freiheiten gelassen, moderne und zukunftsweisende Autos zu bauen.
    Wider aller Detroitisierung, hat Opel in letzter Zeit, und unter Forster's Aegide, dennoch mehrfach bewiesen, dass sie dazu auf der Hoehe der Zeit sein koennen. Wenn man Opel nur machen liesse, und ganz im Gegensatz zum anachronistischen Mutterkonzern!

    Das nun, ploetzlich, d. Mutter 'GM', voellig nebuloes und kryptisch verpackt, "interessante Vorschlaege" zu machen habe, klingt in meinen Ohren wie der Versuch, sich als den vom Saulus zum Paulus gewendeten darzustellen.
    Warum kann ich dem Starkmann-Cowboy-Geplapper aus Detroit nur genauso wenig glauben, wie der angeblich wiedererstarkten, re-loaded Hochfinanzwirtschaft.

    Opel konnte und kann Autos f. internationale Maerkte bauen, aber keine unverkaeuflichen GM-Derivate.
    ich glaube, wenn d. Opelbelegschaft in eine gesteuerte insolvenz ginge, und sich -mit den verspr., deut. Staatshilfen, plus Rekapitalisierung- selbst neu oganisierte, waere Opel damit am sichersten ein echter Zukunftsweg geebnet.
    Dies waere -selbstredend- auch sehr schmerzhaft, aber echte, befreite und motovierte Opel'aner, koenne das schaffen. Die neuesten Modelle weisen doch sehr darauf hin.

    Opel haette damit endlich die Chance sich, befreit von Zwaengen, erneut zu erfinden, und nicht weiter "GMopelt", versozialisiert, oder, anders gesagt, fuer dumm verkauft zu werden.

    Dahingehend kann ich ein gespieltes Entsetzen der FDP, nun in Regierungspflicht, nun gar nicht nachvollziehen. Schreibt gerade diese Partei sich doch Freiheit und Unternehmertum auf ihre gelben Fahnen.

    Opel's Fachleute brauchen keine weiteren sozialistischen Fuerbitten, noch US-Dinosauriermuetter, die ungeniessbare Milch geben. Sie brauchen -nur mittelfristig- eine Kapitaldeckung um sich auf d. eigene Erfolgsstrasse begeben zu duerfen. Dass die von vorgenannten Zwaengen befreiten Opel'aner rasch Erfolge generieren koennen, weil sie wissen, was Fahrer weltweit brauchen, daran zweifle ich kein Deut.

    ich hoffe auf den Mut, die Courage und Willenskraft der Opel'aner.
    Entweder schafft es Opel selbst, und durch eigenes Koennen, zu behaupten, oder wird, erneut, als Opel-Kuhherde von voellig orientierungslosen Cowboys durch die trockene Praerie zum Verdursten gegaengelt.

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