GM – Renault/Nissan
Betriebsrat von Opel sieht Marke bedroht

Die Mega-Allianz im Automobilmarkt zwischen General Motors (GM), Renault und Nissan wird immer wahrscheinlicher. Ein erstes Gespräch der Konzernspitzen ist bereits für kommenden Freitag vorgesehen. Der Betriebsrat von Opel sieht die Verhandlungen mit Argwohn. Das Bündnis biete wenige Chancen, aber viele Risiken – speziell für Opel.

FRANKFURT / NEW YORK. Der oberste Arbeitnehmervertreter von General Motors (GM) in Europa, Klaus Franz, lehnt eine mögliche Allianz mit Renault und Nissan ab und setzt dabei auf die Unterstützung der Kartellwächter. „Ich bin mir sicher, dass ein Bündnis ein Fall für das Kartellamt wäre“, sagte der Opel-Betriebsratschef dem Handelsblatt am Wochenende. Renault und Opel seien in Westeuropa „knallharte Rivalen“ und würden in den gleichen Segmenten um die gleichen Kunden wetteifern. Für Opel hätte eine Allianz „dramatische Auswirkungen“, sagte Franz. Er befürchtet, dass ein Bündnis mit Renault und Nissan die Existenz der Marke Opel in Frage stellen könnte. Die Hersteller hätten in Europa massive Kapazitäten für Produktion und Entwicklung konzentriert. Auch die Zukunft des internationalen Entwicklungszentrums in Rüsselsheim sei damit gefährdet. Renault verfüge vor allem über zahlreiche Fertigungsstätten in Osteuropa – die Abwanderung von Produktion in Richtung Osten würde sich damit weiter verstärken, meint Franz.

GM, Renault und Nissan kommen in Westeuropa auf mehr als 23 Prozent Marktanteil. Platzhirsch Volkswagen, die bisher 19 Prozent kontrolliert, würde damit deutlich auf die Ränge verwiesen.

Der Verwaltungsrat von GM hatte am Freitag Abend den Weg für Allianzgespräche mit Renault und Nissan frei gemacht. Ein erstes Gespräch auf Spitzenebene zwischen GM-Boss Rick Wagoner und Renault-Nissan-Konzernlenker Carlos Ghosn wird damit bereits am kommenden Freitag in Detroit stattfinden. Sollte das Bündnis zustande kommen, würde der größte Autoproduzent der Welt mit knapp 15 Millionen Fahrzeuge Jahresproduktion und einem Weltmarktanteil von 25 Prozent entstehen. Viele Analysten äußerten sich jedoch skeptisch über die Erfolgsaussichten einer solchen Allianz.

Mit Argwohn sieht Opel-Betriebsratschef Franz auch den Einfluss der französischen Regierung auf Renault, die an dem Autobauer 15 Prozent hält. Renault-Manager Ghosn habe bereits 1997 das moderne Werk Vilvoorde in Belgien geschlossen und wesentlich unprofitablere Fertigungsstätten in Frankreich unangetastet gelassen.

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