GM-Rückrufaktionen
US-Abgeordnete nehmen Mary Barra in die Mangel

General Motors hat wegen diverser Mängel 20 Millionen Wagen in die Werkstätten gerufen – es waren sogar Menschen ums Leben gekommen. Nun stellen US-Abgeordnete unangenehme Fragen: Was wussten die Topmanager?
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WashingtonDie seit Jahresbeginn amtierende GM-Chefin Mary Barra muss sich im Zündschloss-Skandal die Frage nach ihrer eigenen Rolle gefallen lassen. Abgeordnete wollten am Mittwoch bei einer Kongressanhörung in Washington wissen, wie ein gefährlicher Defekt mehr als zehn Jahre lang ignoriert werden konnte. Bei Unfällen mit Kompaktwagen, die bei voller Fahrt ausgingen, starben nach GM-Angaben 13 Menschen. Verbraucherschützer gehen von mehr als 300 Toten aus.

Zwar habe ein GM-Bericht die Verfehlungen einzelner Mitarbeiter aufgeführt, jedoch habe der Bericht nicht geklärt, wer letztlich an der Spitze verantwortlich gewesen sei, sagte die Abgeordnete Diana DeGette. Sie merkte an, dass Barra vor ihrer Berufung zur Konzernchefin die Entwicklungsabteilung geleitet habe und damit auch zuständig für die Fahrzeugsicherheit gewesen sei. Auch wenn Barra selbst nichts gewusst habe, so seien Mitarbeiter informiert gewesen.

Barra beharrte bei ihrem dritten Auftritt vor einem Kongressausschuss darauf, erstmals im Dezember vergangenen Jahres von den Problemen erfahren zu haben. „Das Topmanagement hatte kein Wissen von diesen Dingen.“ Im Januar dieses Jahres übernahm sie den Chefposten. Kurz darauf stieß sie eine Reihe von Rückrufen an, die mittlerweile 20 Millionen Wagen weltweit umfassen und den Opel-Mutterkonzern veranschlagte 2 Milliarden Dollar kosten werden.

Die Firmenkultur bei GM sei darauf ausgerichtet gewesen, dass niemand Verantwortung übernommen habe, sagte der Abgeordnete Fred Upton. „Das System hat versagt und Leute sind gestorben. Dies hätte vermieden werden können.“ Barra räumte Versäumnisse ein, erklärte aber, Maßnahmen ergriffen zu haben wie die Trennung von 15 Mitarbeitern. „Das war ein starkes Signal....Wir tun viel.“

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